Stadt stellt Pläne vor

Marktplatz-Umbau: Durchgangsverkehr verbannt

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Durchgangsverkehr raus, mehr Rechte für Radler und Tempo 20: So soll die neue Verkehrsführung aussehen. Die roten Linien zeigen die Strecken für Autofahrer, die blauen sind die – unverändert geltenden – Busrouten. Grün sind die verkehrsberuhigten Flächen gekennzeichnet.

Offenbach - Es ist der lange erwartete Grundsatzbeschluss zum Umbau des Marktplatzes. Die Details soll in den nächsten Monaten ein Wettbewerb erbringen. Doch an der gestern vorgestellten Verkehrführung wird wohl nicht mehr gerüttelt. Die wird nicht jedem gefallen. Von Matthias Dahmer

Für Oberbürgermeister Horst Schneider ist klar: Die Trennwirkung des Marktplatzes zwischen Fußgängerzone und Wilhelmsplatz muss verschwinden, der Durchgangsverkehr muss raus. Da befinde sich die Stadtregierung im Einklang mit dem befragten Bürger. Schneider spricht von „kleinen, nachhaltigen Änderungen“, die er bereits bei Einzelhandel, Gastronomen und Marktbeschickern kommuniziert habe. Markus Eichberger, Chef des Stadtplanungsamts, vertieft die bislang feststehenden Einzelheiten und Zielsetzungen: Angestrebt sei ein verträgliches Miteinander, die Gleichwertigkeit aller Verkehrsteilnehmer. Ein niveaugleicher Marktplatz, weitgehend ohne Ampeln, soll als „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“, in dem Tempo 20 gilt, dafür sorgen, dass die Verknüpfung zwischen Fußgängerzone und Wilhelmsplatz gelingt.

Video-Umfrage zum Marktplatz-Umbau in Offenbach aus dem Jahr 2012

So gut wie keine Veränderungen soll es für den Busverkehr geben. Der rollt auch künftig auf den bekannten Routen. Lediglich bei der Haltestelle für die Linie 101 unmittelbar auf dem Marktplatz soll geprüft werden, ob sie sich nicht auf die Berliner Straße vorm Stadthaus verlegen lässt. Für Radler soll es Verbesserungen geben: So ist geplant, dass sie den Marktplatz – wie die Busse auch – von der Waldstraße bis zur Berliner befahren können. Eine sogenannten Angebotsspur in Ost-West-Richtung entgegen dem Autoverkehr wird es auf der Bieberer Straße ab dem Wilhelmsplatz geben. Und während die Autos den Platz auf beiden Seiten nur noch in Richtung Süden befahren dürfen, ist Radlern auch die Gegenrichtung erlaubt.

Die größten Einschränkungen bringt der Umbau für den motorisierten Individualverkehr, also die Autofahrer (dazu Erläuterungen oben rechts). Verwaltungschef Horst Schneider macht keinen Hehl daraus, dass der Durchgangsverkehr nicht nur vom Marktplatz, sondern auch vom Wilhelmsplatz ferngehalten werden soll. Dabei sei in Kauf zu nehmen, dass von Süden die Parkplätze auf dem Platz nicht mehr angefahren werden könnten. Der OB verweist vom Süden kommende Autofahrer auf die Parkhäuser Marktplatz und Geleitsstraße. Ein noch auszuhandelndes Bonussystem, bei dem zum Beispiel die erste Stunde Parken dort frei ist, soll den automobilen Besuchern des Wilhelmsplatzes die Entscheidung erleichtern.

Fest der Nationen auf dem Wilhelmsplatz

Die Bieberer Straße, erläutert Eichberger, ist zwischen Marktplatz und östlichem Wilhelmsplatz nur noch einspurig befahrbar. Dadurch werde Platz für breitere Gehwege, Ladezonen, Kurzparker und Außengastronomie geschaffen. Der Taxistand dort soll ebenso erhalten bleiben wie der auf der Berliner Straße vorm City-Center. Für diesen nördlichen Abschnitt des Marktplatzes – zwischen Berliner und Frankfurter Straße – sind die Planer von der Umgestaltung wieder abgerückt. Zum einen wäre der Aufwand für eine Verlegung der nördlichen Bushaltestellen auf die Berliner zu groß gewesen; zum anderen ist die bauliche Zukunft des City-Centers unklar. Positiver Nebeneffekt: Die Umbaukosten sinken von 4,3 auf 3,5 Millionen Euro.

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