Marleen kommt zurück

+
Marianne Rosenberg

Frau Rosenberg, am 22. November treten Sie im Capitol auf. Welche Erinnerung haben Sie an Ihren letzten Auftritt in Offenbach?

Ich erinnere mich noch, dass das Publikum ganz toll war. Deswegen komme ich wieder.

Was können die Fans auf Ihrer Clubtour erwarten?

Einen andereren Sound. Eine Mischung aus Elektro-Pop, Lounge und Clubmusik. Deshalb halte ich das Capitol für einen sehr geeigneten Spielort. Dort können sich die Leute selbst bewegen.

Kennen Sie das Capitol?

Ich habe sehr viel darüber gehört. Es muss ein sehr schönes Gebäude sein, und ich freue mich sehr darauf. Es ist einfach was anderes, als in einer Stadthalle zu spielen. Die Musik passt besser in so einen Rahmen.

Sie sind 1971 durch einen Gesangswettbewerb bekannt geworden. Wie stehen Sie zu heutigen Castingsendungen wie „Deutschland sucht den Superstar“?

In meinem Song „Lauf, Kleine“ kritisiere ich die Ausbeutung junger Menschen in Castingshows wie „Topmodel“ oder „Popstars“, in denen die Träume der Teilnehmer ausgenutzt werden.

Was genau thematisieren Sie in Ihrem neuen Album „Regenrhythmus“?

Die gesamte CD beschäftigt sich mit dem Leben und unserer Gesellschaft. An kritischem Unterton mangelt es nicht.

Hat Sie manches auch zu politischem Engagement bewegt?

Ich denke, dass jeder Mensch politisch ist. Ich bin eine politische Frau, aber nicht politischer als andere Menschen.

Engagieren Sie sich denn für bestimmte Dinge?

Ja. Gegen Fremdenfeindlichkeit war ich sehr aktiv. Und an einer Spendenaktion für Aidskranke habe ich auch teilgenommen. Seit vielen Jahren trete ich für Aids-Hilfe-Organisationen honorarfrei auf, wie etwa beim diesjährigen Christopher Street Day in München, bei der Aids-Gala in Berlin oder beim Life Ball in Wien.

Auf ihrer CD befinden sich auch wieder die Klassiker wie „Marleen“ oder „Er gehört zu mir“. Warum?

Ich habe in jedes Jahrzehnt zurückgeblickt. Und wenn die Lieder zum Sound von „Regenrhythmus“ passten, haben wir sie mit aufgenommen.

Erwarten Ihre Fans, dass Sie diese Klassiker auf Ihrer Tour singen?

Ich glaube, dass alle Fans so etwas erwarten – nicht nur von mir. Und wenn die Stones nicht „Satisfaction“ weglassen können, warum sollte ich einen tollen Song weglassen, auf den die Fans warten? Das muss man in Gepäck haben. Wenn die bekannten Lieder laufen, passiert ganz viel im Publikum. Da ändert sich die Perspektive, und die Gäste werden zu den Stars des Abends. Das ist für uns auf der Bühne wahnsinnig schön.

Wie schaffen Sie es, so lange im Musikgeschäft erfolgreich zu bleiben?

Ich glaube nicht, dass ich immer erfolgreich war. Ich trete auf und verschwinde dann auch mal wieder für einen Zeitraum, um Ideen zu sammeln und im Studio zu arbeiten. Immer erfolgreich zu sein, das schafft man gar nicht, das ist Quatsch.

Aber immer wiederzukommen?

Ja, das schaffe ich. Die Leute erinnern sich an mich und wollen immer wieder hören, was ich Neues mache.

Haben Sie versucht, Ihren musikalischen Stil im Lauf der Zeit zu verändern?

Ich verändere mich ständig, aber ich erfinde mich nicht neu. Mit der Zeit kommt es zwangsläufig zu Veränderungen, und diese spiegeln sich in der Musik wider. Ich möchte kein Bild reproduzieren, aber man darf gern zurückblicken.

Und auch die alten Songs wiederbeleben?

Ja, das waren auch tolle Lieder. Ich nehme gern das auf, was die Fans zum Kult gemacht haben. Ich weiß auch nicht, wie es aufgekommen ist, dass die Leute sagen: „Sprich sie nur nicht auf die alten Songs an.“ Das sind Gerüchte, die einem vorauseilen. Vielleicht können einige die alten Songs auch nicht mehr hören, das kann ich verstehen.

Was dürfen wir künftig von Ihnen erwarten?

Musik, Musik, Musik. Nach der Tour wird man nicht allzu lange auf mein neues Studioalbum warten müssen.

Kommentare