Reicht Schutz gegen Masern?

Verdachtsfall im Kreis, Entwarnung in Stadt

Offenbach - Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene unter 45 Jahren sollten im Impfpass nachschauen, wie es um ihren Schutz gegen eine hoch ansteckende Krankheit bestellt ist: „Überprüfen Sie den Masernimpfstatus!“, empfiehlt das Stadtgesundheitsamt Offenbach den Blick in den Impfpass.

Anlass für diese Mahnung sind ein bestätigter Masernfall im vergangenen Monat im Kreis und ein frischer Masern-Verdachtsfall bei einem Schulkind aus der Stadt, der sich nach Labortests aber nicht bestätigt hat. .

Laut Amtsleiter Dr. Bernhard Bornhofen sollte nachgeschaut werden, ob zwei MMR-Impfungen (Masern-Mumps-Röteln-Impfungen) eingetragen sind. Als Anlaufstelle kommen Hausarztpraxen, bei Kindern auch die kinderärztlichen Praxen in Frage. „Eine fehlende Impfung sollte nachgeholt oder komplettiert werden, insbesondere bei denjenigen, die nach 1970 geboren wurden“, rät der Chef des Gesundheitsamts. Die Impfung hält er für den besten und sichersten Schutz gegen die hochansteckende Masernerkrankung.

Kinder in Offenbach sind nach den Daten des Stadtgesundheitsamtes recht gut gegen Masern geimpft. Die Anzahl derjenigen, die einmal geimpft wurden, beträgt in der Stadt 98,7 Prozent, die Anzahl der doppelt Geimpften 91,4 Prozent. „Von unserem Ziel, 95 Prozent der Kinder zweimal zu impfen, um die Weitergabe der Maserninfektion zu unterbinden, sind wir damit noch ein Stück entfernt.“ Bornhofen will mit einem guten Impfschutz der Bevölkerung auch dafür Sorge tragen, dass Säuglinge unter neun Monaten geschützt sind, die noch nicht geimpft werden können: „Deshalb sollten schon in der Schwangerschaft alle Angehörigen und Freunde ihren Impfschutz kontrollieren.“

Direkt zum Arzt gehen

„Wenn doch der Masernverdacht aufkommt, sollten Sie direkt zum Kinderarzt oder Hausarzt gehen und das Kind auf keinen Fall in den Kindergarten oder die Schule schicken“, sagt Dr. Bornhofen und rät dringend: „Rufen Sie den Kinderarzt aber vorher an, damit im Wartezimmer nicht weitere Menschen angesteckt werden!“

Bornhofen klärt auf: „Masern sind hochansteckend und keine harmlose Kinderkrankheit.“ Die Viren werden durch feine Tröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen. Fast jeder Kontakt von ungeschützten Personen mit einem Erkrankten führt zu einer Ansteckung. Bereits fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlags sind Infizierte ansteckend. Masern können zudem mit ernsthaften Komplikationen (zum Beispiel Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Gehirnentzündungen) oder Folgeerkrankungen und im schlimmsten, allerdings selten eintretenden Fall, sogar tödlich verlaufen.

Durch die seit Jahrzehnten übliche Impfung hat die Häufigkeit der Masern in Deutschland deutlich abgenommen. Ausbrüche gibt es dennoch immer wieder, weswegen für die Experten die Impfung als Vorbeugung erforderlich bleibt.

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) empfiehlt, alle Kleinkinder ab elf Monaten (erste Impfung) und ein zweites Mal ab 15 Monaten, spätestens bis zum zweiten Geburtstag, gegen Masern impfen zu lassen. Dies erfolgt mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln und gegebenenfalls auch gegen Varizellen. Darüber hinaus sollten sich auch alle Erwachsenen und Jugendlichen, die nach 1970 geboren wurden, bislang nicht an Masern erkrankt waren oder nie oder nur einmal gegen Masern geimpft sind oder deren Impfstatus unbekannt ist, einmalig impfen lassen.

tk

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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