Planer stellen Konzept vor

Masterplan: „Chancen, die es zu nutzen gilt“

Offenbach - Vor mehreren hundert Besuchern haben gestern Abend Stadt, IHK-Verein und beauftragte Planer in der Alten Schlosserei der EVO den Masterplan vorgestellt. Von Matthias Dahmer 

Bereits am Vormittag hatten die Akteure im Rathaus die Kernboschaften des Werks zur Stadtentwicklung bis 2030 Medienvertretern präsentiert. Basierend auf den Vorgaben, die Potenziale Offenbachs als Wohnungs- und Gewebestandort herauszuarbeiten, stellten die beauftragten Planer des Büros Albert Speer und Partner Details vor. So sind im Konzept des Masterplans bei derzeit schon genutzten 200 Hektar Gewerbeflächen weitere 100 für die Ansiedlung unterschiedlichster Branchen vorgesehen. Schwerpunkte sind von West nach Ost: Der Kaiserlei als urbaner Dienstleistungsstandort, das Umfeld von Heyne-Fabrik und künftiger neuer Hochschule für Gestaltung im Nordend, die Innenstadt mit ihrem Einzelhandel, das ehemalige Alessa-Areal sowie die Gewerbegebiete an Mühlheimer- und Daimlerstraße, am Lämmerspieler Weg und auf dem ehemaligen Güterbahnhof.

Lesen Sie dazu auch:

Masterplan: „Ein günstiges Zeitfenster“

Masterplan: Wider das schlechte Image

Masterplan: Verlässlicher Rahmen für alle

Projekt Masterplan: Konflikte sind erwünscht

Um deren Anbindung und Erschließung zu verbessern und gleichzeitig Bieberer - und Untere Grenzstraße zu entlasten, frischen die Pläne eine alte Forderung auf, die freilich nicht alleine von der Stadt Offenbach erfüllt werden kann: Die Verlängerung der B 448 vom Kickers-Stadion entlang der S-Bahn über die Laskabrücke auf die Mühlheimer Straße. „Insgesamt 900 Meter, die ökologisch neutral gebaut werden könnten“, warb Planer Stefan Kornmann. Weiter richtete er den Blick aufs ehemalige, 30 Hektar große Allessa-Gelände, wo ein Innovations-Campus entstehen soll. Stadtgestalterisch ist vorgesehen, den Kuhmühlgraben zu renaturieren und ihn bis zum Main zu verlängern. 

Breiten Raum im Masteplan nehmen auch die Überlegungen zum Kaiserlei ein: Der soll als Schnittstelle zwischen Offenbach und der Region neu positioniert werden. Mit kleinteiligen Strukturen, welche die großflächigen ergänzen; mit einem Grünstreifen entlang des Mains inklusive eines Parks in Höhe des Bootshauses Wiking; mit mehr Belebung in Form von Gastronomie und Nahversorgung. Bei den Potenzialen im Wohnungsbau gehen die Planer davon aus, dass zu den derzeit in Planung oder im Bau befindlichen 3700 Wohnungen bis zum Jahr 2030 weitere 5000 Einheiten und rund 110 Hektar Wohnbauflächen hinzukommen. Damit soll die Einwohnerzahl der Stadt auf 130.000 wachsen. Zu den Ideen, die Planerin Jana Hertelt von Speer und Partner nannte, gehört ein Wohn-Hochhaus am Standort des derzeitigen C&A-Gebäudes am Hugenottenplatz.

Leserbilder: Die schönsten Plätze in Offenbach Teil 1

Schlüsselprojekte für die Innenstadt sind laut Masterplan die Umgestaltung des Marktplatzes, der Neubau der City-Passage und Verschönerungen an den Stadteingängen Mathildenplatz und in Höhe Berliner Straße/Domstraße. Zur Aufwertung beitragen sollen zudem eine eine Fähre oder Fußgängerbrücke vom Isenburger Schloss in die Fechenheimer Mainauen sowie einen Schnellradweg entlang der Bahntrasse nach Frankfurt. Für Oberbürgermeister Horst Schneider sind mit dem Masterplan die Wachstumspotenziale der Stadt auf den Punkt gebracht. Für Alfred Clouth, IHK-Präsident und Vorstand des IHK-Vereins Offenbach offensiv, lautet die Botschaft: „In Offenbach gibt es Chancen, die es zu nutzen gilt.“

Und wer bezahlt die Umsetzung der ganzen Pläne ? Was Infrastruktur und öffentliche Flächen angehe natürlich die Stadt, sagte der OB. Die Refinanzierung müsse dann über Gewerbe-, Einkommens- und Grundsteuer B erfolgen. Was die Frage angeht, ob die Politik sich auch an den Masterplan hält, betonte Clouth, am Primat der Politik werde nicht gerüttelt. Aber wenn alle dem Plan zustimmen, könne man einen gewissen Druck ausüben. Die Entscheidung über die Umsetzung des Masterplans steht Ende Januar auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare