Grundsatzbeschluss enthält konkretes Handlungskonzept

Masterplan: Startschuss für Umsetzung

Offenbach - Was bislang nur in der Theorie gefeiert werden durfte, soll nun auf die Praxisschiene gehievt werden: Mit dem Grundsatzbeschluss zum Masterplan, den das Stadtparlament am 25. Februar fassen wird, beginnt für die städtischen Planer die Umsetzungsphase. Von Matthias Dahmer

Das Vorhaben ist – vorsichtig formuliert – ambitioniert. Nein, durchgerechnet sei das Ganze noch nicht, räumt Markus Eichberger, Chef des Stadtplanungsamts, ein. Das dürfte vorab auch schwierig bis unmöglich sein, angesichts der zehn umfangreichen Maßnahmenpakete, die es nun zu schultern gilt. Der finanzielle Aspekt, so Eichberger, gehöre mit zum Planungsauftrag seines Amts.

Oberbürgermeister Horst Schneider, der zusammen mit Eichberger den bereits vom Magistrat abgesegneten Grundsatzbeschluss vorstellt, schwärmt erneut vom breiten politischen Konsens, von dem der Masterplan getragen werde. Alle etablierten Parteien hätten bereits ihre Zustimmung signalisiert, so Schneider. Bei allem Optimismus, weiß der Verwaltungschef aber auch: „Nicht jeder begleitet jedes einzelne Projekt mit Jubel.“ Am Ende sei im Beschluss jedoch kein einziges rausgefallen, betont Schneider. Wo künftige Konfliktfelder liegen, hatte der grüne Bürgermeister Peter Schneider vor kurzem beim Politischen Aschermittwoch der AWO angedeutet: Mit seiner Partei werde es keine weiteren Ausweisungen von Wohngebieten in Bieber, Bürgel und Rumpenheim über die projektierten hinaus geben.

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Kritische Töne sind auch schon von den Freien Wählern zu vernehmen. Man begrüße zwar grundsätzlich den Masterplan, heißt es. Doch in seiner Gesamtheit fehle dem Werk die Einbindung in die Metropolregion Rhein-Main. Zudem sehen die Freien Wähler bei den vorgelegten Bebauungsplänen in vielen Bereichen Schwächen im Konzept und beurteilen sie zum Teil als „unreif und unsozial.“ Ein anschauliches Beispiel hierfür seien die Vorschläge für das Nordend und den geplanten sogenannten Designport. „Weder die Anordnung der Gebäude stellt eine geglückte Lösung für die Mischung von Wohnen und Arbeiten dar, noch können auf den bestehenden Baufeldern lebendige Wohnquartiere entstehen“, meint Fraktionsvorsitzende Annette Schroeder-Rupp.

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Oberbürgermeister Horst Schneider ist bewusst, dass nicht alles so verwirklicht wird, wie es auf dem Papier steht. Im Masterplan seien die Potenziale benannt, ob man sie auch abrufen könne, entscheide der Markt. Bestes Beispiel ist für ihn die aktuelle Lage bei der Nachfrage nach Wohn- beziehungsweise Gewerbeflächen: Während erstere ein Selbstläufer seien, müsse um Gewerbeansiedlungen massiv geworben werden. Dies sei deshalb eine der zentralen Botschaften des Masterplans, der die vorhandenen Gewerbeareale neu etikettiere.

1200 Masterplan-Broschüren, berichtet der Oberbürgermeister, seien an „Multiplikatoren“ in der Region verschickt worden – auch das gehört zur offensiven Werbung für den Wandel Offenbachs, den Schneider als „Häutung“ bezeichnet. Wenn die Stadtplaner im Rathaus jetzt an die Umsetzung der zehn Pakete gehen, haben sie weder politische Vorgaben, noch eine Prioritätenliste. Markus Eichberger erklärt das damit, dass einige der Projekte, wie der Umbau des Marktplatzes, schon laufen würden und man im Übrigen die nötige Erfahrung habe. Natürlich erfordere etwa die Verbindungssstraße zwischen der B 448 am Bieberer Berg und der Mühlheimer Straße einen erhöhten planerischen Vorlauf.

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

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