Schulsanierung

Im Stich gelassen: Stadt Offenbach engagiert neuen Gerüstbauer für Mathildenschule

Stillstand am Bau: Seit Wochen geht es mit der Erweiterung der Mathildenschule nicht voran.
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Stillstand am Bau: Seit Wochen geht es mit der Erweiterung der Mathildenschule nicht voran.

Lange Zeit hat sich an der Dauerbaustelle Mathildenschule nichts getan. Die Stadt Offenbach zieht nun Konsequenzen und kündigt einer Firma.

  • Nach monatelangem Stillstand am Erweiterungsbau der Mathildenschule kündigt die Stadt Offenbach einer untätigen Firma für Gerüstbau.
  • Der Offenbacher Baudezernent Paul-Gerhard Weiß spricht von einer sechswöchigen Verzögerung bei der Fertigstellung des Erweiterungsbaus der Integrierten Gesamtschule.
  • Die vollständige Sanierung der Offenbacher Mathildenschule soll 2023 abgeschlossen sein.

Offenbach - Was mancher in der Stadt beim Anblick der verlassenen Baustelle an der Mathildenschule schon länger ahnte, hat sich nun bestätigt: Wie der Baudezernent Paul-Gerhard Weiß mitteilte, hat die mit dem Gerüstbau beauftragte Firma die Stadt Offenbach im Stich gelassen. Anfang September hieß es noch aus dem Rathaus, man warte auf den Gerüstbauer – doch seitdem geschah nichts auf der Baustelle der Integrierten Gesamtschule. „Die Firma ist einfach nicht gekommen“, sagt Weiß. Mitte August hätte der Aufbau erfolgen sollen, doch auch nach mehrmaliger schriftlicher Aufforderung, der zugesagten Tätigkeiten nachzukommen, war von der Firma nichts zu sehen. „Wir haben der Firma nach mehrfachen Mahnungen gekündigt“, sagt der Offenbacher Baudezernent Weiß. Inzwischen wurde die Aufgabe neu ausgeschrieben, noch diesen Monat soll die Vergabe erfolgen.

Nur leichte Verzögerungen beim Zeitplan für die Offenbacher Mathildenschule

„Wir liegen damit etwa sechs Wochen hinter unserem Zeitplan zurück“, sagt der Baudezernent. Statt im März /April kommenden Jahres werde der Erweiterungsbau der Integrierten Gesamtschule nun wohl erst einen Monat später fertiggestellt sein. Erst danach kann die Sanierung des Altbaus im Offenbacher Mathildenviertel beginnen.

Der bogenförmig angelegte Erweiterungsbau der Mathildenschule ist auf fünf Geschosse ausgelegt und umfasst eine Gesamtfläche von 3000 Quadratmetern. Für die Statik des Baus mussten 58 Bohrpfähle in 16 Metern Tiefe in den Boden versenkt und auf ihnen eine Stahlbetonbodenplatte errichtet werden. Neben Klassen- und Gruppenräumen wird im Erdgeschoss zudem die neue Mensa der Integrierten Gesamtschule eingerichtet. Später sollen dort bis zu 400 Essen täglich ausgegeben werden.

Stadt Offenbach rechnet mit 24,5 Millionen Euro für Sanierung und Erweiterung der Mathildenschule

Der Bestandsbau, der zwischen 1974 und 1978 dreigeschossig errichtet wurde, kann erst im Anschluss an die Fertigstellung des Erweiterungsbaus saniert werden. Vor allem die Heizungen, Elektroinstallationen, Lüftungen und Sanitärbereiche müssen erneuert werden. Außerdem ist für den Altbau eine neue Schulbibliothek vorgesehen. Die Sanierung soll nach Angaben des Offenbacher Baudezernenten 2023 beendet sein. Knapp 800 Kinder besuchen die Grund-, Haupt-, und Realschule mit Förderstufe im Offenbacher Mathildenviertel; nach Ende aller Arbeiten kann die Integrierte Gesamtschule rund 1000 Schüler aufnehmen.

Für Sanierung und Erweiterung der Mathildenschule plant die Stadt Offenbach mit Kosten in Höhe von 24,5 Millionen Euro. 2,7 Millionen Euro davon werden vom Bund aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) II („KIP macht Schule“) beigesteuert. Die Verzögerung durch den Ausfall der Gerüstbaufirma hat auf die erwartete Förderung der Stadt Offenbach keine Auswirkung, wie Weiß betont. „Das KIP-Programm wurde coronabedingt erst vor kurzem verlängert“, sagt er. (Von Frank Sommer)

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