Matt glänzende Aussichten

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Wer hier ab Ende April herumlaufen will, muss die Luft anhalten. Das neue 50-Meter-Becken im Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe nimmt Gestalt an, kann bald befüllt und eingeweiht werden.

Offenbach ‐ Jedesmal, wenn Dieter Levi-Wach auf der Rosenhöhe in die Röhre guckt, freut er sich ein bisschen mehr, dass das die Sport- und Genussschwimmer, Triathleten, Wasserballer und zahlenden Badegäste des Ersten Offenbacher Schwimmclubs (EOSC) am Ende wohl nicht tun werden. Von Marcus Reinsch

Die Rohre, die Arbeiter momentan am Boden der riesigen Grube im Waldschwimmbad montieren, sind ein greifbarer Hinweis darauf, dass es mit der offiziellen Einweihung des neuen 50-Meter-Beckens am 30. April nach menschlichem Ermessen klappen wird. Dass die 1,2 Millionen Euro teure Sanierung des großen Beckens nach diesem Winter „im Zeitplan liegt“, wie EOSC-Vorsitzender Levi-Wach versichert, darf mindestens als Lohn trotziger Arbeitswut gewertet werden. Wenn nicht gleich als Wunder. Andere Großbaustellen in der Stadt, etwa der Wilhelmsplatz, haben uneinholbar viel Zeit an den Zwei-Monats-Frost verloren. „Uns haben die milden Temperaturen der vergangenen Tage sehr geholfen“, sagt Levi-Wach.

Noch einige „Nebenschauplätze“

Das kann man sehen. An den Seiten sind die Einzelelemente, die zum Schluss eine gigantische, rostfreie Edelstahlwanne bilden sollen, schon verbunden und der Überlauf ist quasi fertig. Auf dem Boden der nun als Fundament dienenden Betonwanne des alten Beckens wurden Rinnen, Röhren und Düsen montiert und mit Kies aufgeschüttet. Nicht mehr lange, dann kann auch der Stahlboden verlegt und verschweißt werden. Zudem ist eine Unterwasserbeleuchtung mit Leuchtdioden einzubauen. Der EOSC-Vorstand ist dafür noch auf der Suche nach Sponsoren.

Alles in allem sind es, das gibt schon das Beckenmaterial vor, matt glänzende Aussichten für den Schwimmclub und für seine Gäste. Und zuallererst einmal für die Wasserballer. Die werden am 30. April die ersten im großen Nass sein, um dort bis zum 2. Mai ihr Turnier auszutragen. Ob unmittelbar danach auch Badegäste ins neue Sportbecken dürfen, ist noch mit einem kleinen Fragezeichen versehen. Dieter Levi-Wach bleibt angesichts einiger Nebenschauplätze, die in jedem Fall noch zu erledigen sein werden, vorsichtig. Beispielsweise muss noch das System montiert werden, das nachts eine Abdeckfolie über das Becken zieht. 80 Prozent der während dieser Zeit sonst nötigen Heizenergie könnten so eingespart werden. Kein kleiner Posten angesichts der bisher rund 300.000 Euro, die der EOSC als Betreiber des Rosenhöhe-Bades bisher jährlich in Energie investieren muss.

Weitere Informationen zum Verein gibt‘s auf dessen Internetseite.

Zu Trockenübungen sind Spaß- wie Sportschwimmer aber natürlich auch bis Ende April nicht verdammt. Erstmals öffnet der Verein das Bad auch über die Osterfeiertage - jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr. Am Samstag ist Normalbetrieb. Nutzbar ist natürlich nur das 25-Meter-Becken, seit Ende Oktober von einem beheizten, 30 mal 35 Meter großen Oktoberfestzelt recht komfortabel vor dem Winter geschützt. Eine in Deutschland vermutlich einmalige Lösung. Der Zeltverleiher, sagt Levi-Wach, sei selbst ganz begeistert und habe schon begonnen, die Idee zu bewerben.

Weitere interessierte Städte oder Vereine müssen sich allerdings beeilen, wenn sie in Offenbach noch ein Anschauungsobjekt vorfinden wollen. Mitte April kommen Arbeiter und bauen das Zelt ab. Dann beginnt auf der Rosenhöhe die Freiluftsaison.

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