Plädoyer für Offenbach

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Mechthild Diefenbach in ihrem Laden am südlichen Ende des Wilhelmsplatzes.

Offenbach -  Die Affenbande hängt im Türrahmen: grün, rot, hellblau. Handgemacht im afrikanischen Kenia und mit befristetem Aufenthalt bei „4 Zimmer & Garten“ am südlichen Ende des Wilhelmsplatzes. Von Martin Kuhn

Dort, an der Bleichstraße 43, hat Mechthild Diefenbach gestern einen Laden eröffnet für nützliche und schöne Dinge rund ums eigene Heim. Der Name gibt nicht allein einen Hinweis auf das, was es dort zu kaufen gibt. „Es sind tatsächlich vier Zimmer und ein Garten – zumindest mit Ausblick auf einen“, erzählt Diefenbach. Bald war der Gedanke formuliert: „Nennen wir das Geschäft doch so...“

Der Kunde betritt über zwei Stufen den Laden, der skandinavisch nüchtern anmutet: warmer Holzboden, weiße Wände, versehen mit filigranen oder rustikalen Regalen, die passgenau Ware aufnehmen, die überwiegend aus dem hohen Norden kommen. Mit Architektin Alexa Schraverus hat Mechthild Diefenbach ein stimmiges Konzept erarbeitet.

Ein grober Esszimmertisch dominiert das Zimmer

Die beiden zur Bleichstraße gelegenen Zimmer respektive Geschäftsräume nehmen unter anderem schwedische Wolldecken (Klippan), finnische Kissen (Kuitukuu), italienisches Papier, Karten und Bänder auf. Ein grober Esszimmertisch dominiert das nächste Zimmer und will gedeckt sein mit Gläsern, Geschirr und Vasen. Das bietet Mechthild Diefenbach von ausgesuchten, meist kleineren Herstellern, die allesamt noch selbst produzieren – wie etwa die 1934 von Hedwig Bollhagen in Marwitz gegründeten HB-Werkstätten für Keramik. Mit grünem Rasenteppich ausgelegt schließt sich die „Gartenabteilung“ mit Töpfen, Windlichtern, Vogelhäuschen und mehr an – und besagtem Blick in einen begrünten Hinterhof.

Die Idee, einen solchen Laden zu eröffnen, hat Mechthild Diefenbach seit gut zehn Jahren, entwickelt aus ihrer Tätigkeit in der Rosen-Apotheke ihres Mannes Hans-Rudolf. Dort sorgte sie viele Jahre für eine stimmige Dekoration. „Und zahlreiche Kunden haben immer wieder gefragt: Wo haben Sie das denn her?“ Aus der Eingebung wurde ein Laden, den sie seit 1. April mit viel Schwung aufgebaut hat. „Und nein, es ist nicht nur ein Hobby einer Apothekergattin“, verwirft sie sofort böse Gedanken. Dafür habe sie viel zu viel Zeit investiert. Und sie kämpft mit ihrem Traum gegen alte Vorurteile an, die sie ärgern.

„Das Potemzial ist da"

Seit einem Vierteljahrhundert hört sie, dass Offenbach nichts zu bieten habe außer Dönerläden und Filialen von bundesweit agierenden Ketten. „Das Potenzial ist da. Ein schöner Laden, gute Ware, vernünftiges Preissegment – das wollen die Kunden, das tut Offenbach gut.“

Das hat ihr nicht Oberbürgermeister Horst Schneider in den Block diktiert. Der düfte indes von den Offenbacher Magneten angetan sein. Die sind grün, rot und hellblau mit Schriftzug: Schloss, Hafen, Wochenmarkt. Handgemacht in Rumpenheim...

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