Grundstein gelegt

Mega-Projekt Vitopia Campus: 800 neue Wohnungen am Kaiserlei

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Vitopia Campus Kaiserlei: Wie auf der Visualisierungen des Architekten Eike Becker zu sehen, gruppieren sich um die beiden zu Apartment-Hochhäusern umgewandelten ehemaligen KWU-Bürotürme drei weitere Neubauten.

Offenbach - Letzte Zweifel, dass es mit Offenbachs größtem Wohnbauprojekt weitergeht, sind mit der gestrigen Grundsteinlegung erst mal ausgeräumt: Am Kaiserlei entsteht mit dem Vitopia Campus ein neues Stadtviertel mit mehr als 800 Wohnungen, Gewerbe, Kita und Schwimmbad. Die Fertigstellung ist für 2022 geplant. Von Matthias Dahmer 

Dort, wo üblicherweise ein großer Kran Arbeitsmaterial in die entkernten Stockwerke der ehemaligen KWU-Hochhäuser hievt, stehen gestern Mittag vier Herren im feinen blauen Zwirn. Der schillernde Investor Christoph Gröner, Chef der Berliner CG-Gruppe, sein Frankfurter Statthalter Till Diekmann, der Berliner Architekt Eike Becker und Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke versenken vor rund hundert geladenen Gästen die Zeitkapsel, bevor sie den Grundstein mauern.

Zwischen den entkernten ehemaligen KWU-Hochhäusern, wo ein öffentlicher Platz entstehen soll, war gestern ein Catering-Zelt links neben dem Ort der Grundsteinlegung aufgebaut.

Zuvor gibt es wechselseitig jede Menge Lob. Schwenke freut sich über die qualitative Aufwertung des Kaiserleis durch das Projekt, das von von allen derzeitigen großen Vorhaben in der Stadt das größte sei. Investor Gröner der das „Riesenpotential der Stadt“ schon gesehen haben will, als andere bei dem Namen Offenbach noch abgewunken hätten, betont zusammen mit Architekt Becker die „extrem konstruktive Zusammenarbeit“ mit der Stadt. Die sei doch einen Applaus wert.

Zu den Fakten des Mega-Projekts: Bis 2022 sollen im Vitopia Campus Kaiserlei auf 36 500 Quadratmetern insgesamt 835 Mietwohnungen entstehen. Allein in den beiden ehemaligen KWU-Hochhäusern mit ihren 19 beziehungsweise 22 Stockwerken sind mehr als 730 teilmöblierte Apartments geplant, die zwischen 45 und 50 Quadratmeter groß sind. Hinzu kommen dort 7450 Quadratmeter variable Gewerbeflächen. Um die Hochhäuser herum gruppieren sich drei Neubauten mit sechs bis sieben Geschossen, in denen weitere mehr als 100 Mietwohnungen vorgesehen sind, etwa 30 davon werden öffentlich gefördert sein.

Investor Christoph Gröner, Till Diekmann, Leiter der Frankfurter CG-Niederlassung, Oberbürgermeister Felix Schwenke und Architekt Eike Becker.

Ein Hallenbad mit einem 25 Meter langen und neun Meter breiten Becken samt variablem Boden soll auch fürs Schulschwimmen nutzbar sein. Das derzeitige Best Western Macrander Hotel an der Strahlenbergerstraße will Gröner in Richtung des ehemaligen Kreisels umsiedeln. Weiter gehören ein Fitnesscenter, Einzelhandel sowie Manufakturen und eine Kita zum Gesamtkonzept. Das Verhältnis von Wohnen und Gewerbe beträgt 60 zu 40. Ergänzend entstehen oberirdische Parkplätze und eine Tiefgarage mit etwa 560 Parkplätzen - davon 140 für Elektromobilität. Unter dem gesamten Baufeld wird eine schon genehmigte Geothermieanlage errichtet, den Angaben zufolge wird es die größte private Anlage in Deutschland sein.

Das Verhältnis von Wohnen zu Gewerbe beträgt 60 zu 40.

Der Investor wird das Viertel, in das er 350 Millionen Euro steckt, nach und nach versilbern. Das gesamte Quartier mit allen Bestandteilen hat laut Pressemitteilung der CG-Gruppe ein Verkaufsvolumen von rund 409 Millionen Euro. Die beiden ehemaligen KWU-Türme wurden bereits im vergangen Jahr für 218 Millionen Euro an die Bayerische Versorgungskammer verkauft.

Im Laufe dieses Jahres wird ein weiterer großer Bauabschnitt an eine institutionelle Kapitalverwaltungsgesellschaft für voraussichtlich 65 Millionen Euro veräußert, hieß es gestern. Details dazu wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.

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