Bis zu 200 neue Wohnungen

„Riesengroße Chance“: Mehr bezahlbarer Wohnraum für Offenbach

In Häusern der GBO soll geförderter Wohnraum für mittlere Einkommen ausgewiesen werden.
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In Häusern der GBO soll geförderter Wohnraum für mittlere Einkommen ausgewiesen werden.

Bisher fehlte es der Gemeinnütziger Baugesellschaft Offenbach an Geld für neue geförderte Wohnungen. Das hat sich dank einer Grundstücksübertragung jetzt geändert.

Offenbach - Buchhalterische Kniffe können zwar gewaltige Auswirkungen haben, lesen sich aber meist unspektakulär. Und so klingt die Ankündigung von Oberbürgermeister Felix Schwenke, acht städtische Grundstücke bei der Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBO) einzulegen, auch erst einmal wenig spannend. Jedoch lässt sich mit der Transaktion viel bewegen: Die GBO wird darauf bis zu 200 Wohnungen auf eigene Kappe neu errichten und zudem bestehende Wohnungen in dreistelliger Höhe für mittlere Einkommen in geförderten Wohnraum umzuwandeln..

„Riesengroße Chance“ – Oberbürgermeister von Offenbach begeistert über mehr bezahlbahren Wohnraum

„Das ist eine riesengroße Chance für die GBO, nach Jahren wieder Wohnungen in Eigenregie zu errichten und neuen geförderten Wohnraum auszuweisen“, sagt OB Schwenke. Bei den acht Grundstücken handelt es sich um Flächen in Bürgel-Ost, Bieber-Nord und An den Eichen mit einem Gesamtwert von rund 6,33 Millionen Euro. Zwischen 150 und 200 Wohnungen können so in Offenbach in Geschossbauweise entstehen.

Annette Schroeder-Rupp, Geschäftsführerin der GBO, geht davon aus, dass die entsprechenden Bauanträge Anfang kommenden Jahres eingereicht werden können. „Im dritten Quartal 2022 könnten die Bagger rollen und im dritten Quartal 2023 wäre für die ersten Wohnungen der Bezugstermin“, sagt sie.

Mehr bezahlbare Wohnungen für Offenbach: „Wir wollen hochwertig bauen“

Sowohl der Oberbürgermeister von Offenbach als auch die GBO-Chefin betonen, dass man in den Baugebieten keine Hochhäuser errichten wolle. „Wir wollen hochwertig bauen – wie wir es etwa mit unserem preisgekröntem Holzhaus in der Vergangenheit getan haben“, sagt Schroeder-Rupp. Ein Unterschied, wo geförderte und wo freie Wohnungen seien, solle nicht sichtbar sein. Maximal vier Geschosse plus ein Staffelgeschoss sind demnach möglich, höhere Gebäude lassen die jeweiligen Bebauungspläne der Gebiete ohnehin nicht zu. Bei den Wohnungstypen will man sich nach dem richten, was besonders gefragt ist.

Praktischer Nebeneffekt: Durch den Besitz der Grundstücke kann die GBO diese beleihen und hat damit Geld zur Verfügung, um bestehende Wohnungen in die Förderung aufzunehmen. Vor allem für Menschen mit mittlerem Einkommen sollen auf diese Weise bezahlbare Unterkünfte in der Stadt zur Verfügung gestellt werden können.

„Bisher fallen diese Menschen nicht unter die Förderkriterien, weil sie angeblich zu viel verdienen“, sagt Schwenke, „aber wenn man sich die Berechnungssätze anschaut sieht man, dass das beileibe keine Millionäre sind.“ Wie viele bereits bestehende Wohnungen in Offenbach so in die Förderung aufgenommen werden, sei erst in einigen Monaten in einer gesonderten Aufsichtsratssitzung der GBO zu entscheiden.

Offenbach soll mehr bezahlbare Wohnungen bekommen – Höhe der Zuschüsse noch offen

Aus rechtlichen Gründen könne man bei der Übertragung der Grundstücke keine Vorgaben machen, heißt es. Denn die Prüfung der Einlage der acht Grundstücke sei aufwendig gewesen, betonen Schwenke und Schroeder-Rupp: Knapp dreieinhalb Jahre habe es gedauert, externe Gutachten zu steuerlichen Fragestellungen und Finanzbewertungen einzuholen. Obwohl es so einfach klinge, die Grundstücke bei der Wohnungsbaugesellschaft einzulegen, sei es in der Praxis ein überaus komplizierter Prozess, sagen beide.

Während reichere Städte wie Frankfurt oder Darmstadt – mit wesentlich höheren Steuereinnahmen – ihren Baugesellschaften einfach das nötige Geld für Wohnungsbau übertragen können, habe das klamme Offenbach diese Option nicht. Mit der Grundstücksübertragung entstünden der Stadt aber keine Kosten, während die GBO handlungsfähig gemacht werde, sagt der Oberbürgermeister. Über die Höhe der Zuschüsse für die geförderten Wohnungen werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. (Frank Sommer)

Neue Wohnungen sollen außerdem in Waldhof-West entstehen. 600 Stück sollen auf dem knapp 50 Hektar großen Areal gebaut werden.

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