Creditreform: Antrags-Plus von 18 Prozent im Amtsgerichtsbezirk Offenbach

Mehr Firmeninsolvenzen in Region

Offenbach - (al) Die Wirtschaftskrise zwingt auch in der Region immer mehr Unternehmen zur Aufgabe.

Wie die Creditreform Offenbach gestern mitteilte, mussten bundesweit allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 16 650 Firmen einen Insolvenzantrag stellen. Im Vergleich zum Vorjahr (14 570) entspreche dies einem Zuwachs um gut 14 Prozent. „Finanzierungs- und Liquiditätsengpässe gepaart mit einer sehr schlechten Auftragslage dürften die Insolvenzspirale auch in den kommenden Monaten in Bewegung halten“, prognostiziert die Creditreform.

Auch die Verbraucherinsolvenzen seien im ersten Halbjahr 2009 wieder um vier Prozent auf 50 350 (Vorjahr: 48 420) geklettert.

Im Amtsgerichtsbezirk Offenbach wurden den Angaben zufolge im zweiten Quartal bislang 382 Anträge auf Eröffnung des Regel-Insolvenzverfahrens gestellt, das sind 60 Anträge oder 18 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, also prozentual mehr als im Bundesdurchschnitt.

Die Anträge auf Eröffnung des Verbraucherinsolvenzverfahrens gingen laut Creditreform im ersten Halbjahr 2009 auf 389 zurück, das sind 95 Anträge oder 24 Prozent weniger als noch im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Dies ist sicherlich auch nicht zuletzt auf die völlig überlasteten Schuldnerberatungsstellen zurückzuführen“, schreibt das Unternehmen. Die private Verschuldung befinde sich nach wie vor auf einem hohen Niveau, wird unterstrichen.

Die durch Unternehmensinsolvenzen entstandenen Verluste und Schäden belaufen sich im ersten Halbjahr in der Bundesrepublik auf 20,8 Milliarden Euro, teilt Creditreform weiter mit. Damit liege das Schadensniveau 5,5 Milliarden Euro höher als im Vergleichszeitraum 2008. Allein 14,3 Milliarden Euro der Schadenssumme entfielen auf private Gläubiger; der öffentlichen Hand fehlten insgesamt 6.5 Milliarden Euro.

„Die durchschnittliche nicht einbringliche Forderungssumme privater Gläubiger pro Unternehmensinsolvenz beträgt für das erste Halbjahr dieses Jahres 859 000 Euro (Vorjahr 710 000 Euro)“, heißt es weiter. Die Zahl der durch Insolvenz bedrohten Arbeitsplätze habe sich parallel zur Zunahme der Unternehmensinsolvenzen deutlich um 54,4 Prozent auf 254 000 (Vorjahr 164 500) erhöht.

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