Mehr Platz für Auenlandschaft

+
Während der Bauphase sind am Mainuferweg großräumige Umleitungen erforderlich. Diese werden sich im Verlauf der Zeit ändern und sind jeweils ausgeschildert. Ortskundige sollten Parallelrouten nutzen oder auf den Maindamm ausweichen.

Offenbach ‐ Im Nordosten Offenbachs kurz hinter dem Bürgeler Ortsrand öffnet sich die Landschaft: Wiesen, Äcker und Gärten prägen dort das Bild des Mainbogens – ein natürlicher Freiraum am Rande des verdichteten Ballungsgebiets. Von Denis Düttmann

Die Stadt Offenbach will das Kleinod vor unstrukturierter Zersiedelung schützen und ein attraktives Naherholungsgebiet am Wasser gestalten. Das zumindest unter den Anliegern umstrittene Freiraumentwicklungskonzept Bürgel-Rumpenheimer Mainbogen sieht unter anderem die Umwandlung von städtischem Ackerland in Grünflächen, eine stärkere Gliederung der Auenlandschaft durch Baumreihen und Gehölze sowie die Anlegung neuer Freizeitflächen und Wege vor.

Die Bau- und Sanierungsmaßnahme kostet insgesamt 773.500 Euro und wird von Bund und Land finanziell gefördert.

Mit dem Ausbau des Mainuferwegs zwischen der Schiffsanlegestelle des Bürgeler Wassersportvereins und dem Rumpenheimer Almeiweg hat die Umsetzung der ambitionierten Pläne nun begonnen. Im ersten Abschnitt wird der bestehende Weg von momentan knapp zwei auf künftig 3,5 Meter verbreitert. Gerade in den Sommermonaten war es auf dem Asphaltstreifen entlang des Flusses regelmäßig eng geworden: Spaziergänger und Jogger, Fahrradfahrer und Inline-Skater konkurrierten dort um den begrenzten Raum. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll genug Platz für alle da sein. Außerdem hatten die Wurzeln angrenzender Bäume die Asphaltdecke teilweise aufgerissen und den Weg stellenweise in eine holprige Fahrbahn verwandelt.

Das Ziel: Uferbereich aufwerten

Die Bauarbeiter verfüllen den Unterbau rechts und links des Weges nun mit Schotter, tragen die oberste Schicht der bestehenden Trasse ab und ziehen schließlich eine neue Asphaltdecke auf. In einem zweiten, rund 500 Meter langen Abschnitt im Mainbogen wird der Weg zur Landseite hin verschoben. „Unser Ziel ist es, den Uferbereich aufzuwerten“, erklärt der stellvertretende Bereichsleiter für Verkehrsplanung und Stadtgestaltung im Rathaus, Hans-Joachim Bier-Kruse. Durch die Verlegung des Asphaltstreifens kann sich die Mainaue weiter ausbreiten – von derzeit sechs bis 19 Meter auf künftig elf bis 32 Meter. „In der verbreiterten Uferzone entwickelt sich ein ganz eigenes Ökosystem. Hier gedeihen vor allem Auenhölzer und Röhricht“, sagt Bier-Kruse. In unregelmäßigen Abständen sollen Sichtfenster den Blick auf den Main freigeben. Im Rathaus rechnet man mit einer Bauzeit von rund sechs Monaten. Allerdings kann schlechtes Wetter in den Wintermonaten den Abschluss der Arbeiten verzögern.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare