Mehr als nur ein Verdacht

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Seit vier Jahren ist es ein Bieberer Mysterium, wer immer wieder im Schutz der Dunkelheit auf die Koppel nahe der Obermühle schleicht und Gerhard Niewieras drei Reitpferde auf die Wiesen und Felder treibt.

Bieber - (mcr) Seit vier Jahren ist es ein Bieberer Mysterium, wer immer wieder im Schutz der Dunkelheit auf die Koppel nahe der Obermühle schleicht, den Zaun zerstört und Gerhard Niewieras drei Reitpferde auf die Wiesen und Felder treibt.

Seit der Nacht zum vergangenen Sonntag ist das aller Mühen zum Trotz bisher unlösbare Rätsel vielleicht gelöst. Gegen 7 Uhr folgte die Offenbacher Polizei dem Hinweis auf einen Verdächtigen, schreckte nahe der Koppel einen 57-Jährigen auf und nahm ihn, weil die Zaunsicherungen schon wieder hinüber und die Pferde weg waren, vorübergehend fest.

Nun gilt es, der Justiz Gewissheit zu verschaffen, ob es für eine Anklage reicht. Was genau die Ermittler vermuten lässt, dass der verdächtige Offenbacher für die Sachbeschädigungen verantwortlich ist, will Polizeisprecher Henry Faltin nicht sagen - ermittlungstaktische Schweigsamkeit. Aber dass es für eine Festnahme mehr braucht als bloße Anwesenheit an einem Ort, an dem sich seltsame Dinge abspielen, daran lässt Faltin keinen Zweifel.

Es sei gelungen, Spuren zu sichern. Welcher Art auch immer, sie müssten gründlich ausgewertet und zugeordnet werden. Das kann dauern, weil Sachbeschädigung, vielleicht auch Hausfriedensbruch, im Vergleich mit kapitaleren Sünden nicht zu den Delikten mit höchster Untersuchungspriorität gehören.

Das Tierschutzgesetz kann man dem 57-Jährigen, falls er der Täter ist, vermutlich nicht um die Ohren hauen. Hand angelegt hat er dem Anschein nach nur am Zaun, nicht an den Tieren. Wobei dieses Vandalenwerk mehr als einmal eine verhängnisvolle Kettenreaktion an der verlängerten Obermühlstraße ausgelöst hat. Hunde hetzten die freigelassenen Rösser, die auf von Autos befahrene Straßen flüchteten. Vor wenigen Monaten erst hatte Gerhard Niewiera eine Stute an beiden Vorderläufen verletzt und völlig verstört im Feld gefunden und verzweifelt Schilder an die Koppel gehängt: „Hilfe, unsere Pferde werden terrorisiert“.

Dass der konkrete Hinweis auf den mutmaßlichen Täter nun tatsächlich von Zufalls- Passanten kam, ist unwahrscheinlich. Die Polizei vermutet die Tatzeit zwischen 4.30 Uhr und 7 Uhr.

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