Mehr Zuversicht in Offenbach

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Der Index für das Konjunkturklima stieg geringfügig um knapp drei Punkte, erreichte aber mit 99 von 200 Punkten nicht ganz die magische Grenze von 100 Punkten.

Offenbach ‐ Die Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach erholt sich langsam. „Zwar ist die aktuelle Situation immer noch nicht befriedigend. Momentan sind immer noch fast 30 Prozent der Unternehmen unzufrieden“, erklärte der Vize-Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach, Bernhard Mohr, gestern zu einer Konjunkturumfrage seines Hauses. Von Marc Kuhn

„Die Zukunft wird aber deutlich besser beurteilt. Mehr als 25 Prozent rechnen in 2010 mit besseren Geschäften. Damit hat sich der Optimismus gegenüber dem Herbst 2009 nochmals geringfügig erhöht.“ Der Index für das Konjunkturklima stieg geringfügig um knapp drei Punkte, erreichte aber mit 99 von 200 Punkten nicht ganz die magische Grenze von 100 Punkten, so die IHK. Die Zahl der Arbeitsplätze werde aber weiter sinken.

Ein wenig besser als im Herbst präsentiert sich die Industrie zum Jahreswechsel. „Der Anteil der aktuell unzufriedenen Unternehmen ist zwar um mehr als 10 Prozentpunkte zurückgegangen, liegt aber mit über 40 Prozent immer noch sehr hoch“, sagte Mohr. Schlechter als im Herbst beurteilt die Investitionsgüterindustrie ihre derzeitigen Situation. Mohr: „Hoffnung ergibt sich, wie in zahlreichen anderen Branchen auch, aus den Zukunftsaussichten. Hier liegen die Werte bei den Optimisten höher und bei den Pessimisten niedriger als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.“

Unverändert schwach bleibt die Investitionsneigung

Genau umgekehrt seien die Aussagen der Bauwirtschaft, berichtete die IHK. Während die aktuelle Lage sehr gut eingeschätzt werde, rechneten viele Firmen mit schlechteren Geschäften in der Zukunft. „Grund für dieses Antwortverhalten dürften die staatlichen Konjunkturprogramme sein, die aktuell Nachfrage generieren, aber in absehbarer Zeit auch auslaufen werden“, erklärte Mohr.

Die gute Konjunktur im Einzelhandel scheint gebrochen zu sein, erläuterte die IHK weiter. „Fast 30 Prozent sind mit den Geschäften unzufrieden und fast ein Drittel erwartet von der Zukunft nichts Gutes. Die verringerten Einkommen und die ausgelaufene Abwrackprämie zeigen offensichtlich Wirkung“, erläuterte Mohr. Das Dienstleistungsgewerbe zeige sich gewohnt heterogen, berichtete die IHK. Das Hotel- und Gastgewerbe stecke weiter „im tiefen Tal“. Das Verkehrsgewerbe sei zufrieden.

Unverändert schwach bleibt die Investitionsneigung in der Wirtschaft. „Dies zieht sich durch alle Wirtschaftszweige. Die schlecht ausgelasteten Kapazitäten und die immer noch schwache aktuelle Geschäftslage in weiten Teilen der Wirtschaft lässt auch keine große Hoffnung auf steigende Investitionen zu“, so Mohr.

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