Mercedes-Niederlassung an der Daimlerstraße

Ära geht zu Ende: Was folgt auf den Stern?

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Im nächsten Jahr geht an der Daimlerstraße eine Ära zu Ende: Mercedes gibt die Niederlassung auf, die am 14. November 1960 eröffnet wurde.

Offenbach - Wenn es im zu erstellenden Offenbacher Masterplan in die Feinheiten geht, wenn sich die Frage stellt, wo künftig Wohngebiete und wo Gewerbeflächen ausgewiesen werden, dann ist das Gelände mit Sicherheit dabei: Jene 4,2 Hektar am Fuß des Bieberer Bergs, auf denen seit 1960 Offenbacher die Automarke mit dem Stern kaufen können. Von Matthias Dahmer

Sicher ist: Die Daimler AG gibt ihre Mercedes-Dependance an der Daimlerstraße auf und zieht mit zirka 100 Mitarbeitern in den Kaiserlei. Die Stadt Frankfurt hat im Januar die Baugenehmigung für eine zentrale Niederlassung dort erteilt, in der insgesamt drei Filialen – zwei an der Hanauer Landstraße in Frankfurt und die Offenbacher – aufgehen. Im Herbst 2016 soll der Umzug bewerkstelligt sein, Offenbach wird aufgegeben, bestätigt denn auch Burkhard Wagner, Direktor der Niederlassung Frankfurt/Offenbach. Die Frage, was mit dem Offenbacher Areal geschieht, habe für sein Unternehmen derzeit aber keinerlei Aktualität, hält sich Wagner mit Prognosen zurück. Die Vermarktung der Fläche, die dem Unternehmen selbst gehört, werde ohnehin Sache der Daimler Real Estate GmbH sein.

Dass der Autobauer das derzeit als Gewerbefläche ausgewiesene Gelände gern als Wohngebiet eingestuft sähe, darf angenommen werden. Sind doch dafür um die 350 Euro pro Quadratmeter zu erzielen, während Gewerbeareale lediglich 180 Euro bringen. Obwohl die Parzellen schon im nächsten Jahr frei werden, sind auch im Rathaus noch keine Pläne zur Zukunft des Filetstücks gereift. Oberbürgemeister und Planungsdezernent Horst Schneider, der bislang eher als Verfechter von Wohnbebauung galt, gibt sich mit Blick auf den Masterplan mittlerweile vorsichtiger. „Die städtische Botschaft lautet: Das Gelände muss im Masterplan angeguckt werden. Es ist eines jener Grundstücke, über die man trefflich diskutieren kann.“ Der Oberbürgermeister weist zudem darauf hin, dass es für das Areal keinen Bebauungsplan gibt. „Was eine Ausweisung betrifft, sind wir also rechtlich in der Vorhand“, so Schneider.

Bling-Bling! Reisebus mit vergoldeter Toilette

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Die Erfahrungen der Stadt mit Wohnbauplänen unterhalb des Bieberer Bergs sind nicht die positivsten: Auf dem angrenzenden ehemaligen Tack-Gelände hatte man mittels einer Änderung des Bebauungsplans schon den Weg für einen Wohnbau-Investor geebnet, als der Regierungspräsident dieser Nutzungsänderung doch noch einen Strich durch die Rechnung machte. Wegen der Emissionen durch den Bahn- und Flugverkehr sowie durch die benachbarte Sortierhalle des ESO sei ein Wohngebiet dort nicht machbar, hieß es aus Darmstadt.

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