Messe Jobaktiv zieht tausende Besucher an

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Zahlreiche Besucher sind gestern zur Messe Jobaktiv nach Offenbach gekommen. Sie konnten sich bei Unternehmen aus der Region über Ausbildungsmöglichkeiten informieren.

Offenbach ‐ Reges Treiben in den Offenbacher Messehallen: Etwa 3.500 Besucher, vorwiegend Mädchen und Jungen, drängelten sich gestern an den Ständen von rund 45 Unternehmen aus der Region und bei Veranstaltungen. Von Marc Kuhn

Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund von Schulen aus der Lederstadt und aus Frankfurt informierten sich bei der erstmals im Rhein-Main-Gebiet stattfindenden Messe Jobaktiv über Ausbildungsmöglichkeiten. Vertreter von beispielsweise GKN Driveline, von Schenker, der Post, Manpower und dem Obertshausener Taschenproduzenten Picard standen ihnen Rede und Antwort. Erfreut über das Interesse zeigte sich unter anderem Frank Müller, bei Magna für Ausbildung zuständig. Uwe Murmann, dessen Hainburger Unternehmen Rohrstar kürzlich mit dem hessischen Gründerpreis ausgezeichnet worden ist, sagte, er wolle „qualifizierte Auszubildende finden und das Berufsbild nach außen tragen“.

Bei der Eröffnung der Messe, die am heutigen Samstag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr fortgesetzt wird, erklärte Frank Martin, der Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Integration sei aus sozialpolitischen Gründen bedeutend. Mit Blick auf den Fachkräftebedarf fügte er hinzu, die Gesellschaft könne es sich nicht leisten, eine Gruppe partiell vom Arbeitsmarkt auszuschließen. Der Chef der Abteilung Integration im hessischen Ministerium für Justiz und Integration, Walter Kindermann, sprach von einem „Nachholbedarf im Bereich Bildung und Arbeitsmarkt“. Der Oberbürgermeister von Offenbach, Horst Schneider, sagte, es gelte, mit dem Potenzial der Migranten positiv umzugehen. „Wir haben nur gemeinsam eine Zukunft.“ Der Unternehmer Erol Cavus, der mit seiner Offenbacher Bäckerei Großkunden wie Fraport beliefert und rund 80 Menschen beschäftigt, sagte, Integration sei in Konzernen schneller verlaufen als in der Politik. Dort sei Leistung, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit wichtiger als die Herkunft.

Das Angebot für die Schüler auf der Messe lobte Jürgen Jürgensen, Lehrer bei der Offenbacher Geschwister- Scholl-Schule. Sie hätten die Möglichkeit, Berufe kennen zu lernen. Von einer tollen Idee sprach auch Sabine Kappitz, Lehrerin an der Georg-Büchner-Schule in Bockenheim. Die Jugendlichen werden mit einem Fragebogen auf die Messe geschickt. Bei den Betrieben erkundigen sie sich zum Beispiel über Ausbildungsberufe, über Bewerbungen und Verdienstmöglichkeiten. Die Bögen würden später im Unterricht weiter verarbeitet, berichtete Kappitz.

Heute können sich Jugendliche und Erwachsene weiter bei der Messe Jobaktiv über Ausbildungsberufe, Betriebe und freie Stellen informieren. Darüber hinaus können die jungen Leute unter anderem eine kostenlose Überprüfung ihrer Bewerbungsunterlagen bekommen. Zum Rahmenprogramm gehören Interviews, Referate und Podiumsdiskussionen sowie das People's Theater und die Offenbacher Kickers.

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