Messegäste auf der Suche

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Keine Angst. Der junge Mann will nicht provozieren. Die Wärmebildkamera zeigt aber deutlich, dass er gerade ziemlich viel seiner Energie (rot) an die Umgebung abgibt. Ähnlich sieht’s bei einigen Häusern aus.

Offenbach ‐ Bauen, Wohnen, Renovieren, Energiesparen. Unter diesem Motto stand die 8. Offenbacher Baumesse. In den vier Messehallen stellten rund 180 Anbieter aus dem Rhein-Main-Gebiet ihre Produkte aus und buhlten um die Gunst der Besucher. Von David Heisig

Die konnten sich an drei Messetagen über Neuheiten beim Bauen, aktuelle Renovierungstrends und vor allem die Möglichkeiten des Energiesparens informieren. Wer schweres Baugerät bestaunen wollte, war an der Kaiserstraße falsch aufgehoben. Vielmehr erwartete die Besucher, zum größten Teil Endverbraucher, ein buntes Sammelsurium von Anbietern, die Waren und Dienstleistungen feilboten.

Ob neue Fenster oder Türen, moderne Wärmeisolierungen für das Dach oder aktuelle Trends bei Ledersofas - für jeden Geschmack war etwas dabei. Ein Interessierter suchte Anregungen für die Renovierung einer alten Holztreppe. „Wir wollen zu Hause Energie sparen und uns umhören“, sagt eine andere Besucherin. Sie bringt damit das Hauptthema der Messe auf den Punkt - das Energiesparen.

„Strom, Gas, Wasser, die bezahle ich ja.“

Marcel Becker, Projektleiter des Messeveranstalters MESA, denkt dabei an den Geldbeutel: „Jemand der heute investiert, um sich vielleicht seine Heizungsanlage zu erneuern oder sein Haus zu dämmen, der spart im Endeffekt Geld.“ Bei der Sanierung älterer Gebäude zeige sich, „dass man im Endeffekt Energie- und Heizkosten sparen kann“, so Becker. Da lag auch der Schwerpunkt der Vorträge für die Messegäste. Stichworte: energetische Gebäudesanierung, neuste Energiestandards. Für Jochen Fell, Vertreter des Deutsches Energieberater-Netzwerks auf der Baumesse und Referent eines Vortrags, steht als erster Schritt einer solchen Beratung: Ist-Zustand festzustellen, dann eine Bilanz ziehen. „Strom, Gas, Wasser, die bezahle ich ja. Und jetzt will ich wissen, wo diese Energie verschwindet oder verloren geht.“ Etwa über die Außenwand des Hauses, das Dach oder durch die alte Heizungsanlage.

Das Konzept des Veranstalters aus Verkauf, Information und Anregung für die Besucher schien aufzugehen: Der Termin für die nächste Baumesse in Offenbach steht schon – Ende Februar 2011 macht man erneut in Offenbach Station. Informationen auf der Internetseite der Baumesse.

Steht die Bilanz, können die Sanierung geplant und die Kosten berechnet werden. Die Kosten für eine Sanierung können hoch sein. Je nach alter der Bausubstanz kommen schnell mehrere zehntausend Euro zusammen. Kosten, auf denen der Sanierer aber nicht allein sitzen bleiben muss. Die Möglichkeiten zur Förderung sind vielfältig. Etwa 5000 Fördermittelquellen gibt es: So bezuschussen das Land, die Kommunen oder auch bestimmte Energieversorger Investitionen in die Sanierung. Auf Bundesebene übernehmen diese Förderung die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Das Wärmebild zeigt, dass er gerade viel seiner Energie (rot) an die Umgebung abgibt.

„Je besser das Sanierungsergebnis, umso höher auch die Förderungen“, so eine Energieberaterin an einem Stand. Tipps zum Energiesparen, die gar nicht viel Geld kosten, hatte Wolfgang Balzer von der Offenbacher Energiesparinitiative parat: „Standby-Geräte abschalten, Energiefresser austauschen, Glühlampen auf Energiespartechnik bringen, Heizung runter drehen, wenn gelüftet wird.“ Aber nicht nur das Energiesparen war Thema der Messe.

Informationen am Stand der Stadt Offenbach

Es gibt auch um den verkauf. So sah man als Zeichen angebahnter Geschäfte viele Besucher mit dicken Katalogen von dannen eilen. Aber auch die Sinne kamen nicht zu kurz – etwa am Stand einer Seifenmanufaktur. Eine andere Händlerin lockte die Besucher mit Gewürzdüften und andere ließen sich vom bunten Lichtspiel eines beleuchteten Whirlpools locken. Auch von regem Interesse begleitet: die Vorführung eines Handwerkers, der mit einer Schleifscheibe aus Diamant vor den Augen der Besucher Bohrer, Porzellan und Steine bearbeitete.

Viele Informationen gab’s auch am Stand der Stadt Offenbach. Ob Wilhelmsplatz, Hafengebiet oder ehemaligen Schlachthofareal - Schautafeln und Mitarbeiter erläuterten die Stadtentwicklung. Um Sicherheit ging’s beim Polizeipräsidium Südost hessen. Unter dem Motto „Wir wollen, dass sie sicher leben“ informierte der Polizeiladen zum Thema Sicherheit rund um das Eigenheim. Spezielle Fenster, neuartige Schlösser oder Bewegungsmelder.

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