Mit Messer gefuchtelt

Offenbach (tk) - Vielleicht hat der 41-Jährige, der sich wegen Bedrohung vor dem Offenbacher Schöffengericht verantworten musste, ja begriffen, wohin ihn sein Hang zum Suff bringen kann. Verbunden mit der viermonatigen Bewährungsstrafe wird er eine Therapie gegen Alkoholsucht antreten.

Früher einmal war der Deutsche pakistanischer Herkunft Taxifahrer. Ein Beruf, den er ohne den wegen Promillesünden verlorenen Führerschein schlecht ausüben kann. Nun lebt er von Hartz IV, was immerhin dazu reichen muss, sich bisweilen schon vormittags zu betrinken. So wie am 17. Juni 2010, als er auf dem Marktplatz auf die Idee kam, er müsse einige Sachen aus einer Plastiktüte in den Rucksack umräumen.

Da das Bücken bei rund 2,5 Promille nicht mehr so leicht fällt, legte er Tüte und Rucksack auf die Motorhaube eines geparkten Fahrzeugs und begann mit dem Umpacken. Zufällig kam der Besitzer des Autos vorbei, ein seit Jahren in Offenbach lebender 39-jähriger Serbe. Der befürchtete, dass der nicht mehr nüchtern wirkende Fremde vorhaben könnte, die Motorhaube als Picknicktisch zweckentfremden zu wollen, was nicht gut für den Lack gewesen wäre. Er fragte den 41-Jährigen, wie der auf die Idee komme, seinen Kram, darunter auch Essen und Flaschen, einfach auf seinem Auto auszubreiten.

Der Angesprochene räumte jedoch nicht die Motorhaube, sondern zog ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge und hielt es in Richtung des Autobesitzers. Erst als dessen kräftiger Freund hinzukam, trollte sich der 41-Jährige in ein Fastfood-Restaurant.

Der herbeigerufenen Polizei erklärte er, der Autobesitzer müsse das mit dem Messers wohl falsch verstanden haben. Er habe nicht bedrohen wollen, sondern beim Umräumen seiner Sachen nur zufällig das Messer in die Hand bekommen.

Richter Manfred Beck mochte das nicht zu glauben und verurteilte ihn wegen Bedrohung zu vier Monaten auf Bewährung.

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