IG Metall: Jetzt ist Schluss

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Die nächsten „Entlassungsorgien“ sind bei manroland schon angekündigt.

Offenbach - Obwohl der Vorstand von „manroland“ auf einer Aufsichtsratssitzung ein Aus für das Werk in Offenbach dementiert hat, zeigt sich die IG Metall skeptisch. „Eine Schließung steht nicht zur Debatte“, sagte ihr 1. Bevollmächtigter in Offenbach, Werner Dreibus. Von Marc Kuhn

Dennoch erklärte er gestern vor hunderten Beschäftigten in dem Werk: „Wir gehen von heute an in die Offensive.“ Aber: „Wir kriegen das alleine nicht hin.“ Dreibus appellierte an die Mitarbeiter, sich zu engagieren. „Wir müssen zusammenrücken, um das Maximale rauszuholen“, erklärte die Betriebsratsvorsitzende von „manroland“, Alexandra Roßel. Am Dienstag war der Aufsichtsrat des Druckmaschinenbauers auf Drängen der Arbeitnehmervertreter zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen gekommen.

Berichte über eine mögliche Fusion von „manroland“ und Heidelberger Druck hatten in den vergangenen Wochen immer wieder für Verunsicherung in der Belegschaft gesorgt. Sie wurden vom Vorstand dementiert, so Roßel. Das Unternehmen weigert sich offiziell, diese Gerüchte zu kommentieren. Und auch Heideldruck äußert sich nicht.

Auf der Aufsichtsratssitzung sei nichts entschieden worden, berichtete Dreibus. Der Gewerkschafter erklärte weiter: „Jetzt ist Schluss.“ Die Arbeitnehmervertreter würden keine Unterschrift unter einen weiteren Sozialplan leisten, „solange nicht klar ist, was in Offenbach passiert“. Die Mitarbeiter von „manroland“ hätten in der Vergangenheit genügend Opfer gebracht.

Die nächsten Entlassungsorgien angekündigt

Und die nächsten „Entlassungsorgien“ seien bereits angekündigt worden. Bei einer Fusion müsse um jeden einzelnen Arbeitsplatz bei „manroland“ gekämpft werden, sagte Dreibus. Bekannt ist, dass 515 der knapp 2.800 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Im Sommer habe das Unternehmen mitgeteilt, weitere 450 Jobs streichen zu wollen, erklärte Roßel. Gespräche darüber lehnt sie bisher ab.

Die Arbeitnehmervertreter haben in der Sitzung des Aufsichtsrats klargestellt, dass unabhängig von möglichen Gesprächen der Druckmaschinenhersteller neben einem wirtschaftlichen auch ein soziales Konzept Leitlinie für die strategische Ausrichtung des Unternehmens sein müsse, heißt es in einem Forderungskatalog für den Fall einer Fusion. „Parallel zu einer Branchenkonsolidierung muss ein Zukunftskonzept entwickelt werden.“ Die Vertreter der Mitarbeiter fordern darin ein Zusammengehen auf Augenhöhe - „keine Übernahme, sondern Fusion“.

Die Arbeitnehmervertreter verlangen den Erhalt der beiden Bereiche Rollen- und Bogendruck. Zudem machen sie sich für die Sicherung aller Standorte und einer Absicherung der Beschäftigung stark. Es dürfe keine Entscheidung ohne oder gegen die Arbeitnehmervertreter geben.

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