Kfz-Beschäftigte organisieren Protestzug

IG Metall sendet erste Warnsignale

Offenbach - Gewerkschafter in der Region sind sauer: Die Arbeitgeber des hessischen Kfz-Handwerks haben alle Tarifverträge mit der IG Metall zum 30. September gekündigt.

Mitarbeiter der Firmen Scania und MAN haben am Freitag deshalb in einem Warnstreik die Arbeit niedergelegt – und einen Protestzug organisiert. 40 Autos rollten im Schritttempo durch Offenbach. Vor den Niederlassungen von manroland, Maxx und BMW gab es Kundgebungen und ein Hupkonzert. Abschlusskundgebung war an der Kfz-Innung Offenbach im Gewerbegebiet Waldhof. Zeitgleich hatte die Gewerkschaft Autokorsos in Wiesbaden und Limburg organisiert. In Anwesenheit von 50 Demonstranten machten Marita Weber von der IG Metall in Offenbach und Uwe Zabel, Mitglied der IG-Metall-Bezirksleitung, ihrem Unmut über die Entwicklung an der Tariffront Luft.

Hintergrund: Bislang wurden Tarifverträge mit dem Landesverband für das Kfz-Gewerbe abgeschlossen, dem Dachverband der örtlichen Innungen. Im Frühjahr hat der Landesverband nicht nur die geltenden Tarifverträge gekündigt, sondern sich laut Gewerkschaft sogar geweigert, überhaupt zu verhandeln. Das heiße, die Gewerkschaft müsse mit jedem Autohaus gesondert verhandeln, so Zabel.

Zwar hat sich eine Tarifgemeinschaft der Arbeitgeber gebildet, aber ihr gehören nur 66 Mitglieder an. In der ersten Verhandlungsrunde forderte sie aus Arbeitnehmersicht massive Verschlechterungen gegenüber bisherigen Tarifleistungen. Dazu gehört, dass Urlaubs- und Weihnachtsgeld nur nach Betriebsergebnis gezahlt wird, sowie eine Senkung der Zuschläge für Nacht- und Samstagsarbeit. Die nächste Runde ist für den 26. September anberaumt. (pk)

Rubriklistenbild: © dpa

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