Miese Attacken auf Computer von Bankkunden

Offenbach - (re) „Phishing“ - also das „Angeln von Passwörtern“ im Internet - ist für Kriminalisten schon ein alter Hut. Neueste Verbrechermethode: Die Manipulation der PC von Online-Bankkunden in Echtzeit. Ein Offenbacher wurde jetzt Opfer der neuen Masche und verlor zunächst 8 000 Euro.

Wie die Polizei in Offenbach gestern mitteilte, wollte der 38-jährige Bankkunde am Sonntag eine kleine Rechnung online begleichen. „Als er später sein Konto kontrollierte, traute er seinen Augen nicht“, teilte die Polizei mit. Statt des Kleckerbetrags waren nämlich 8 000 Euro auf ein ihm unbekanntes Konto überwiesen worden. Sofort wandte sich der Mann an die Polizei.

Die fand umgehend des Rätsels Lösung: Ein Dritter hatte sich mit krimineller Software zwischen die Computer von Kunden und Bank geschaltet; die eingegebenen Daten des Kunden erhielt nicht das Kreditinstitut, sondern der Kriminelle. Der veränderte den Empfänger und vor allem den Betrag und schickte die Daten an die Bank.

Um die Spur des Geldes zu verwischen, schalten die Verbrecher bei dieser Masche einen „Finanzagenten“ ein, eine Art Strohmann, der das Geld auf seinem Konto annimmt und gegen Provision an die Täter im Ausland weiterleitet. Im Offenbacher Fall war dies ein 49-jähriger  Rheinland-Pfälzer, auf dessen Konto die 8 000 Euro landeten. Der schnell ermittelte Mann gab an, ein Internet-Jobangebot gelesen zu haben, wonach er nur sein Konto für Geldeingänge zur Verfügung stellen müsse, um sie auf ein russisches Konto weiterzuleiten. Zum Glück für den Offenbacher Bankkunden war dies noch nicht geschehen, als die Polizei eingriff.

Das hessische Landeskriminalamt warnte just gestern vor solchen unseriösen Jobangeboten im Internet.

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