Bei Miete drückt der Schuh

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Der Räumungsverkauf läuft, ob damit das Ende eingeläutet ist, werden die weiteren Verhandlungen mit dem Vermieter zeigen.

Offenbach ‐ Die Schuldigen für die - trotz neuem Einkaufszentrum KOMM - streckenweise mangelnde Attraktivität der Offenbacher Innenstadt sind in aller Regel schnell ausgemacht: Von Matthias Dahmer

Die Vermieter der Gewerbeimmobilien sind es, die mit überzogenen oder nicht mehr angemessenen Mieten die Läden mit dem höherwertigen Angebot vertreiben, heißt es.

Dass der Vorwurf nicht ganz unberechtigt ist, zeigt sich derzeit am östlichen Ende der Frankfurter Straße. Dort bittet der Schuhverkäufer Dielmann zum Räumungsverkauf. Ob damit tatsächlich das Ende des Filialisten am Standort Offenbach eingeläutet wird, ist offen. Doch Ende Februar läuft der Mietvertrag aus, den Dielmann mit dem Eigner der Immobilie, der Aachener Grundvermögen Kapitalanlagengesellschaft mbH, hat. Und eine Verlängerung ist im Moment nicht in Sicht.

Standort hat seine frühere 1a-Lage eingebüßt

Grund sind unterschiedliche Vorstellungen über die Höhe der Miete. „Wir brauchen eine spürbare Senkung“, sagt Geschäftsführer Thomas Dielmann. Der Standort habe seine frühere 1a-Lage eingebüßt. Durch das Angebot im KOMM sei eine Konkurrenzsituation entstanden und nicht zuletzt fehlten - abgesehen vom Kaufhaus M. Schneider - hochwertige Textilanbieter wie einst Ansons oder Hassert. „Die brauchen wir, das sind auch unsere Kunden“, sagt Thomas Dielmann, der zugleich betont, der Standort Offenbach sei grundsätzlich kein schlechter.

Die Chancen auf das Fortbestehen der seit rund 20 Jahren in der Frankfurter angesiedelten Dielmann-Filiale mit ihren zehn Beschäftigten bezifferte der Geschäftsführer auf 30:70.

Quadratmeterpreis von 20 Euro

Bei der Aachener Grundvermögen in Köln, deren Kerngeschäft die Verwaltung des Aachener Grund-Fonds ist, der kirchlichen Vermögensträgern exklusiv für eine Anlage zur Verfügung steht, gibt man sich reserviert. Dielmann habe ein neues Angebot mit einem geringeren Mietpreis nicht angenommen, für den Laden mit seinen 545 Quadratmetern Verkaufsfläche sehe man sich nun schon mal nach einem Nachmieter um.

Über die Höhe der strittigen Miete für die Verkaufsräume schweigen sich beide Seiten aus. Aus Immobilienkreisen war jedoch zu hören, dass sie bei rund 17.000 Euro pro Monat gelegen haben soll. Als üblicher Quadratmeterpreis für eine solche Lage in Offenbach werden indes rund 20 Euro genannt. Das entspräche im konkreten Fall eine Monatsmiete von etwa 11.000 Euro.

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