Mieterfest in Hans-Böckler-Siedlung

Logo in Wunschfarben gestaltet

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Sicher ist sicher: Nur mit Atemschutz durften die Kinder aus der Siedlung Leinwände besprühen.

Offenbach - Nassauische Heimstätte und Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach luden mit dem Wohn-Service-Team zum Sommerfest in die Hans-Böckler-Siedlung. Im Angebot war ein kurzweiliges Programm für Jung und Alt. Von Harald H. Richter 

Gut aufgelegt stimmt Jutta Steinmetz als Musikclown Augustine auf ihrer Gitarre ein fröhliches Lied an, und im Gänsemarsch folgen ihr Mädchen und Jungen durch die Grünanlage. Unter Bäumen schart sie die Kleinen zu allerhand Possenspiel und Narretei um sich. Die ehemalige Erzieherin aus Friedrichsdorf versteht es mit ihrem altersgerechten Programm, das junge Publikum zu begeistern. Überhaupt wird anlässlich des Mieterfests eine Menge für Kinder geboten – doch nicht nur für sie.

Kreativ geht es am Jugendkunstschulmobil zu, dessen Mitarbeiter eine Vielzahl Materialien mitgebracht haben, aus denen sich einfallsreich etwas gestalten lässt. Am Kinderschminkstand herrscht Andrang, so dass Nummern verteilt werden, um die Reihenfolge zu bestimmen.

Und so schaut der fünfjährige Antonio geduldig zu, wie auf dem Antlitz seiner älteren Schwester Letizia ein zauberhaftes Muster aus Farbstrichen und Glitzerstaub entsteht, bevor er an die Reihe kommt und in Spiderman verwandelt wird. Am Stand gegenüber produziert Karikaturist Willi Schmidt als Schnellzeichner ein Porträt nach dem anderen.

Farbe im Spiel

Farben ins Spiel bringt Helge Steinmann alias Graffiti-Künstler Bomber. Der Kommunikationsdesigner aus Hofheim wirkt zum wiederholten Mal beim Sommerfest mit. Er leitet Kinder und Jugendliche an, mit Sprühdosen fantasievolle Motive auf Leinwände zu bringen. „Jeder bekommt eine Atemschutzmaske“, sagt der 45-Jährige und lässt Sandro, Kays und die übrigen Hobbysprayer in die Kiste greifen.

„Die Bestandteile der Acryllacke sind inzwischen biologisch abbaubar“, erklärt Steinmann. Trotzdem bleibt es ratsam, die Atemwege zu schützen. Derart ausgestattet kann‘s losgehen. Motive haben die Sprüher sich schon ausgedacht. Der 14-jährige Sandro, der in der Siedlung wohnt, entscheidet sich für die Buchstabenkombination „H-B-S“ und greift zu den Wunschfarben Hellblau und Mais. Kays hat ein Motiv gewählt, das einen Ball grellbunt ins Blickfeld rückt. So entsteht ein Werk nach dem anderen. Per Smartphone werden Fotos verschickt.

Aufgehübschter Kleiderladen

Im vergangenen Jahr war der an der Brandenburger Straße stehende Container, in dem das Hausmeisterbüro untergebracht war, von Sprühern aufgehübscht worden. Ab jetzt wird der Behelfsbau als Kleiderladen genutzt. Daher bittet die Leiterin des Servicecenters der Nassauischen Heimstätte, Sabine Mehlis, zur Eröffnung. „Jeder, der gut erhaltene Textilien, Schuhe, Tisch- und Bettwäsche übrig hat, kann Spenden Montag zwischen halb zwölf und halb zwei abgeben“, erläutert Sascha Landknecht vom Sozialmanagement. Der „HBS Second Hand Shop“ ist donnerstags von 14.30 bis 16.30 Uhr für den Verkauf geöffnet. Kinderkleidung wird zum Stückpreis von 50 Cent abgegeben, Damen- und Herrenmode für einen Euro, Schuhe für zwei. Die Erlöse fließen in Stadtteilprojekte. Eine Bücherecke ist integriert.

Das Gelände füllt sich, zumal Speisen und Getränke nichts kosten. Am Kuchenbuffet hat Ivanka Ley mit ihren Helfern tüchtig zu tun, die Nachfrage nach Kaffee, Erfrischungen und Kuchen zu bedienen. Würste vom Grill gehen weg mit Senf und Semmeln.

Hessens größtes Graffito

Hessens größtes Graffito

Älteres Publikum genießt die nostalgische Musik des Interton-Trios aus Dreieich. Dessen Anfänge gehen in die 60er Jahre zurück, als Gitarrist Helmut Sauer, Hans Lenk am Akkordeon und Kontrabassist Karlheinz Kastner sich zusammentaten. Sie unterhalten nach eigenem Bekunden „mit Naturinstrumenten ganz ohne Strom“ ihr Auditorium. „Wir haben schon vor 40 Jahren bei einer Veranstaltung der Nassauischen Heimstätte gespielt“, sagt Sauer. Vieles aus dem Repertoire zieht noch und wird dankbar mit Beifall bedacht.

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