Sanierungsmaßnahmen und Druck auf Wohnungsmarkt

Mietspiegel: „Nähe zu Frankfurt färbt ab“

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Offenbach - Nachdem in der Vergangenheit die Zahlen relativ konstant waren, ist in den jüngsten Offenbacher Mietspiegel, der alle zwei Jahre fortgeschrieben wird, Bewegung gekommen. Von Matthias Dahmer 

Im Vergleich zu den Erhebungen von 2010 und 2012 sind auf breiter Front Erhöhungen zu verzeichnen. Sie bewegen sich zwischen 0,8 und 4,34 Prozent. Geschuldet sei das vor allem dem Umstand, dass viele ältere der 60.000 Wohnungen in der Stadt dank energetischer Sanierung heutigem Standard angepasst worden seien und so die Preisspanne sich vergrößert habe, erläuterte Lothar Kirchner, Leiter des Wohnungsamts, gestern bei Vorstellung des neuen, ab 1. Januar 2014 geltenden Mietspiegels.

Mit dem Mieterbund sowie dem Verein der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer hat die Stadt auf der Grundlage von 2500 Daten wieder eine Art kompaktes Koordinatensystem vorgelegt: Mieter wie Vermieter können je nach Lage (einfach, mittel, gut), Baujahr (bis 1960, bis 1978, bis 1994, bis 2008, jünger) und Ausstattung (Bad, Dusche, Zentralheizung) eines Objekts ablesen, was dafür durchschnittlich verlangt wird.

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Das beginnt bei einer Durchschnittskaltmiete von 3,40 Euro pro Quadratmeter für kleine Einfachstwohnungen ohne Bad, Dusche und Heizung und endet zwischen 9 und 11,20 Euro für große voll ausgestattete Objekte, die nach 2008 bezogen wurden. Wie sich der derzeit rege Wohnungsbau etwa im Hafen oder im Luisenhof auf die Mieten auswirkt, wird sich erst in der Mietwerttabelle 2016 zeigen.

Mieterbund-Geschäftsführer Detlev Dieckhöfer kann aber schon feststellen: „Der allgemeine Druck auf den Wohnungsmarkt und die Nähe zu Frankfurt färben auf den Mietspiegel ab.“ Doch wer billigen Wohnraum suche, finde ihn nach wie vor eher in Offenbach als in Frankfurt. Was hier mit etwa zehn Euro pro Quadratmeter die Obergrenze markiere, sei in der Mainmetropole eher ein Mittelwert. Die Nachfrage nach billigen Wohnungen, so Dieckhöfer, sei in Offenbach nach wie vor enorm, hochwertige seien dort wesentlich schwerer zu vermieten.

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Der rechtlich nicht bindende Mietspiegel sei eine Art Richtschnur, welche zur Befriedung beitrage, sagt Manfred Kind vom Verein Haus & Grund. Im Notfall könne mit ihm vor Gericht auch die ortsübliche Vergleichsmiete nachgewiesen werden. Der Mietspiegel gilt für Wohnungen zwischen 35 und 100 Quadratmetern in Mehrfamilienhäusern, auf Sozialwohnungen ist er nicht anwendbar. Zu haben ist er ab Ende Dezember bei Wohnungsamt, Mieterverein sowie Haus & Grund. Und ab Januar steht er auf der Internetseite der Stadt.

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