Offenbacher Haushalt

86 Millionen Euro weniger überzogen

Offenbach - Sondereffekte reduzieren Offenbachs 2012er Minus drastisch auf drei Millionen Euro

Die Zahlen ändern zwar nichts am Gesamschuldenstand Offenbachs von mehr als einer Milliarde Euro, Balsam für die geschundene Seele des Kämmerers Horst Schneider sind sie allemal: 2012 lief haushaltstechnisch viel besser als erwartet.

Wie aus der gestern vorgelegten Jahresrechnung für das vergangene Jahr hervorgeht, schrumpfte das ursprünglich eingeplante Defizit von 89,3 Millionen auf drei Millionen Euro. Für Kämmerer Schneider passt das zum „ambitionierten Ziel“, im Zuge der Schutzschirmauflagen des Landes bis 2022 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Dass es 2012 so gut lief, ist indes kein Hinweis auf eine „stetige Linie“, weiß der Oberbürgermeister.

Alexander Föth, Controller in der Kämmerei, erläutert die „diversen Sondereffekte“, die für die Entwicklung verantwortlich waren: So sorgte das niedrige Zinsniveau dafür, dass 20,8 Millionen Euro weniger an die Banken gezahlt werden mussten. Weitere 21,3 Millionen sparte die Stadt bei Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen, wobei 10,7 Millionen dadurch zustande kamen, dass sie Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten in die Folgejahre verschob. Knapp 20 Millionen gab es 2012 aus dem Landesausgleichsstock. 11,5 Millionen wurden bei Zuschüssen eingespart, 7,6 Millionen davon entfielen auf den Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO).

Der Zuschuss, der dort vorsorglich für neue Kitaplätze gebunkert werden sollte, wurde gestoppt, weil wegen gesetzlicher Änderungen dafür Gewerbesteuer fällig geworden wäre. 5,9 Millionen mehr als erwartet brachte schließlich die Gewerbsteuer, die am Ende bei 57,4 Millionen lag. Dieser Trend, sagt Schneider, werde sich fortsetzen. Im Nachtrag 2013 sind 59 Millionen in Ansatz gebracht.

mad

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Rubriklistenbild: © dpa

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