Millionen-Zugabe für Erasmus-Schule

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Der Umbau des ehemaligen Gesundheitsamts in eine private Grundschule mit Kindergarten kostet rund eine Million Euro mehr als die ursprünglich vorgesehenen 3,25 Millionen Euro.

Offenbach ‐ In einer Sondersitzung nahm der Aufsichtsrat der Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) gestern Abend zur Kenntnis, dass der Umbau des ehemaligen Gesundheitsamts in eine private Grundschule mit Kindergarten rund eine Million Euro mehr als die ursprünglich vorgesehenen 3,25 Millionen verschlingt. Von Thomas Kirstein

Als es vor zwei Jahren darum ging, gut’ Wetter für die städtische Unterstützung des Frankfurter Erasmus-Projekts zu machen, waren die genannten Summen weitaus bescheidener. Für rund 1,5 Millionen Euro müsste der Umbau der Villa am Dreieichpark zu bewerkstelligen sein, hieß es zunächst.

Während sich in der SPD Widerstand gegen öffentliches Geld für eine Privatschule rührte, unterstützten Grüne, FDP und CDU das Vorhaben massiv - neben der (im Sommer 2009 eröffneten) Schule soll es durch Krabbelstube, Kindergarten und Hort zusätzliche Betreuungsangebote geben. Insgesamt geht es um 210 Kinder.

Weil deswegen ein Anbau einbezogen wurde, durfte es deutlich teurer werden. Für den Umbau selbst wurden im Dezember 2008 3,1 Millionen Euro bewilligt. Zudem kaufte die Stadtwerke Holding die Immobilie von der Stadt für 700.000 Euro. Die Betreiberin, eine unter Erasmus eGmbH firmierende Lehrer- und Eltern-Kooperative, zahlt Miete an die Stadtwerke, allerdings keine kostendeckende.

„Sanierung eines Altbaus im Bestand“

Im April 2009 waren die voraussichtlichen Baukosten dann auf 3,25 Millionen gestiegen. Der damalige SOH-Geschäftsführer Joachim Böger brachte weitere 600.000 Euro für „optionale Varianten“ ins Spiel. Damit aber haben die jetzigen Aufschläge nichts zu tun. Vielmehr habe sich die Notwendigkeit weiterer Sanierungsarbeiten ergeben; die Millionen-Zugabe sei nötig, damit die Kindertagesstätte im Juni 2010 ihren Betrieb aufnehmen könne, teilt die SOH mit.

Ende 2009 erläuterte das beauftragte Architekturbüro Angela Fritsch der Stadtwerke-Tochter Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG), warum es teurer wird: weil die „Sanierung eines Altbaus im Bestand“ Überraschungen barg und Auflagen des Denkmalschutzes hinzukamen.

Was der SOH zum Zeitpunkt der Projektübernahme nicht bekannt gewesen sei: Die Statik müsse verbessert, das gesamte Kanalsystem saniert, die Außenanlage „hergestellt“ werden; der Denkmalschutz stelle höhere Anforderungen an die Fenster; die Marktpreise für die Holzfassade seien gestiegen; durch Mehrkosten gingen auch Planungskosten hoch.

Die OPG hat die Architekten-Angaben geprüft und festgestellt: Alle Maßnahmen seien notwendig für „Nutzung und zeitgerechte Herstellung der Liegenschaft“.

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