Mineralöl-Spedition abs bonifer

Ohne sie bliebe der Tank leer

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Vom ersten Omnibus hin zur führenden Mineralöl-Spedition: Das Unternehmen abs bonifer ist eine echte Offenbacher Erfolgsgeschichte. Nun feierte es sein 75-Jahre-Jubiläum. Die Geschäftsführer Andreas und Stefan Bonifer vor einem ihrer Tanklastzüge, die fürs Jubiläum umlackiert wurden. Die Abkürzung abs im Firmennamen steht übrigens für Andreas Bonifer Spedition. Das Unternehmen ist in sieben Ländern vertreten.

Offenbach - Vom ersten Omnibus hin zur führenden Mineralöl-Spedition: Das Unternehmen abs bonifer ist eine echte Offenbacher Erfolgsgeschichte. Nun feierte es sein 75-Jahre-Jubiläum. Von Veronika Schade 

Mehr als 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr, 1400 Mitarbeiter in sieben Ländern und eine Flotte von 400 Tanklastzügen, die jährlich 70 Millionen Kilometer zurücklegen, zwölf Millionen Tonnen Fracht befördern: Die Zahlen des Offenbacher Unternehmens abs boniferlesen sich beeindruckend. Entsprechend groß beging es gestern die Festlichkeiten anlässlich seines 75-jährigen Bestehens. Einer Leistungsschau in der Offenbacher Messehalle folgte ein abendlicher Festakt, bei dem Staatsminister Stefan Grüttner über „Mittelstand – Rückgrat unserer Wirtschaft“ sprach. 500 Gäste, auch aus dem Ausland, waren geladen. Dabei hat alles mal klein angefangen. Anno 1939 kaufte Andreas Bonifer, Großvater der jetzigen Geschäftsführer, seinen ersten Omnibus – der Beginn seines Busunternehmens, das später mit Pauschalreisen Erfolge einfuhr. Bereits 1935 hatte Bonifer an der Seligenstädter Straße in Bieber eine Tankstelle eröffnet. Bis heute befindet sich an dieser Stelle der Sitz des Unternehmens.

Die ersten drei Tanklastzüge schaffte Bonifer bereits 1958 an. Dennoch verbinden die meisten Offenbacher mit dem Firmennamen vor allem den öffentlichen Nahverkehr; waren doch seit 1970 viele Linienbusse mit Bonifer-Schriftzug unterwegs. 2012 aber trennte sich das Unternehmen von Bussparte und Werkstattbetrieb. Als Grund geben die Geschäftsführer, die Brüder Stefan und Andreas Bonifer, die Ausschreibungspraxis des Landes Hessen an: „Es ist ein unsägliches Geschäft geworden. Der Billigste kriegt’s. Wir sahen da keine Perspektiven mehr.“ Auch von vielen Offenbachern gern verwechselt: Die als „Bonifer Hills“ bekannt gewordenen Erd- und Schutthügel nahe der Obermühle in Bieber haben nichts mit der Spedition zu tun. Bei dem Fuhrunternehmen Bonifer handelt es sich um eine eigene Firma, die auf einen anderen Familienzweig zurückgeht. „Unsere Großväter waren Brüder“, erklärt Stefan Bonifer. „Oder, wie man in Bieber sagt, wir sind die Nachgeschwisterkinder.“ Heute konzentriert sich das Unternehmen auf den Transport von Mineralölprodukten in flüssiger und Gasform wie Bitumen und Propan, vor allem aber Benzin. Im Süden Deutschlands werden 1200 Aral- und 700 Esso-Tankstellen von den Offenbachern versorgt, es gibt zehn Niederlassungen. In den 90er-Jahren erschlossen sie Märkte in Mittel- und Osteuropa, sind nach wie vor erfolgreich vertreten in Tschechien, Ungarn, Polen, Slowenien, Österreich und der Slowakei.

Höchste Priorität hat die Sicherheit. Die Fahrer sind bestens geschult, die Fahrzeuge auf dem neuen technischen Stand, handelt es sich doch um Gefahrgut. Fürs Sicherheitsniveau gab es von der Branche viele namhafte Auszeichnungen. 1989 wurde die Tochterfirma LomoSoft gegründet, die mittlerweile weltweit agiert. Sie entwickelt Logistik-Software, mit der Tankstellen ihre Daten verwalten. Die Geschäftsführer sehen guten Grund, positiv in die Zukunft zu schauen. „Es ist uns gelungen, langfristige Verträge abzuschließen“, freuen sich die Brüder. „Unseren Bestand wollen wir in den nächsten Jahren weiter festigen.“

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