Kommunalwahl

„Nur motzen kann jeder“

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Miriam Heberer

Offenbach - Junge Leute interessieren sich nicht für Kommunalpolitik? Wir treffen uns mit Nachwuchspolitikern und fragen sie, was ihnen wichtig ist und wie sie ihre Generation erreichen möchten. Im vierten Teil unserer Serie: Miriam Heberer von der Christlich- Demokratischen Union (CDU). Von Sarah Neder

Treffpunkt an der Kirche St. Nikolaus, Bieber. Dieser Ort ist Miriam Heberer, langes, schwarzes Haar, schwarze, kastige Brille, wichtig. Denn dort hat sie ihr halbes Leben verbracht, besuchte die Gruppenstunde der Katholischen Jugend, tanzt und singt heute noch bei den Fastnachtssitzungen im Pfarrheim mit. „Man wächst da so rein“, sagt die 23-Jährige bescheiden. Selbstverständlich ist ihr närrisches Engagement bei der KJB, besonders während der diesjährigen Kampagne, nicht. Denn Miriam Heberer tritt neben dem Bieberer Fastnachtsrummel für die CDU bei der Kommunalwahl an. Wahlkampf und Fasching sieht sie jedoch als zu bewältigende Doppelbelastung: „Es ist ja nur für einen begrenzten Zeitraum. Da muss ich das unter einen Hut kriegen.“ Wenn die KJBlerin nicht gerade zur Narrenzeit auf einer Bühne herumturnt, tanzt die Vorsitzende der Rock’n’Roll-Gruppe Jeunesse zu fetzigen Gitarrentönen.

Miriam Heberer ist vor fast sechs Jahren zur Politik gekommen. Damals besucht sie die Schillerschule, schreibt mit einer Freundin für die Schülerzeitung „Der Maulwurf“. „Wir haben Stefan Grüttner interviewt“, erinnert sie sich. In der Vorbereitung auf das Gespräch mit dem heutigen hessischen Sozialminister haben sich die Jugendlichen mit dem Wahlprogramm seiner Partei, der CDU, auseinandergesetzt. „So sind wir da hängen geblieben“, sagt sie schmunzelnd.

Ticker zur Kommunalwahl in Offenbach

Seit 2011 ist Miriam Heberer Mitglied der CDU, engagiert sich aber auch noch in der Tochterpartei. Deren Spruch: „Wir machen das“, nimmt die kaufmännische Angestellte übrigens sehr persönlich. „Ich bin sehr praktisch veranlagt.“ Machen statt Reden sei also nicht nur ein politischer Kampfsatz, sondern eine Art Lebensphilosophie.Taten will die Offenbacherin vor allem in Sachen Jugendarbeit sprechen lassen. „Da besteht auf jeden Fall noch Handlungsbedarf!“ So möchte sie bestehende Angebote für junge Bürger präsenter machen, Termine der Einrichtungen in den einzelnen Stadtteilen bündeln und im Internet zugänglich machen. Da sie selbst ein Vereinsmensch sei, will Heberer hiesige Clubs nicht nur stärker fördern, sondern vor allem auch transparenter. „Die Vereine müssen die finanzielle Unterstützung nachvollziehen können“, meint die junge Christdemokratin.

Auf Miriam Heberers politischem Aufgabenzettel steht außerdem, mehr junge Menschen zum Wählen zu motivieren. „Nur motzen kann jeder, aber mit seiner Stimme kann man wirklich etwas verändern.“

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