Mission Olympic: Vorwürfe gegen Amtsleiter

Teures Nachspiel für Offenbach

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Offenbach - Die Teilnahme am Wettbewerb Mission Olympic hat für Offenbach ein teures Nachspiel. Kosten sind explodiert, die ohnehin klamme Kommune muss 280.000 Euro ausgleichen. Gegen den zuständigen Sportamtsleiter wurden rechtliche Schritte eingeleitet. Von Matthias Dahmer und Thomas Kirstein

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Ursprünglich waren für die Großveranstaltung am 6. und 7. September etwa 100.000 Euro eingeplant. Sie sollten durch eine Anschubfinanzierung des Mitinitiators Coca-Cola über 40.000 Euro sowie durch Sponsorengelder zusammenkommen, was den städtischen Haushalt nicht belastet hätte. Nachdem nun alle Abrechnungen vorliegen, stellt sich die Situation anders dar: Einnahmen von 57.000 Euro – darin ist der Coca-Cola-Zuschuss enthalten – stehen Gesamtausgaben von 336.000 Euro gegenüber. Allein für Sicherheitspersonal und Stromversorgung sind 170.000 Euro aufgelaufen. Für Marketing wurden zirka 60.000 Euro, für Agenturleistungen etwa 50.000 Euro gezahlt.

Gegen Sportsamtsleiter Jügen Weil wurden zivil- und disziplinarrechtliche Schritte eingeleitet. Zudem darf Weil, der bis zur endgültigen Klärung im Amt bleibt, vorerst kein städtisches Geld mehr ausgeben. Ihm wurde die sogenannte Vergabebefugnis entzogen, die Aufträge bis 12.500 Euro umfasst. Das Volumen mehrerer von ihm im Zuge von Mission Olympic vergebener Aufträge habe diese Grenze, die für alle leitenden Mitarbeiter der Stadt gilt, deutlich überschritten, heißt es. Jürgen Weil wollte sich gestern zu den Vorwürfen nicht äußern. Oberbürgermeister Horst Schneider geht davon aus, dass das Disziplinarverfahren zwei bis drei Monate dauert. Zudem werde geprüft, inwieweit Weil schadenersatzpflichtig sei.

Sowohl Horst Schneider als auch Bürgermeister und Sportdezernent Peter Schneider betonen, die ausufernden Kosten seien gegenüber dem Magistrat beziehungsweise dem zuständigen Dezernenten trotz wiederholter Nachfrage zu keinem Zeitpunkt benannt worden. Weil habe ohne jede Kommunikation mit anderen gehandelt, offensichtlich seien noch kurz vor dem Veranstaltungswochenende Aufträge erteilt worden, ohne Vergleichsangebote einzuholen, so Peter Schneider. Ein absehbarer städtischer Kostenanteil von mehr als 50.000 Euro hätte zu einem sofortigen Stopp des Projekts geführt, zumal dafür entsprechende Beschlüsse städtischer Gremien hätten eingeholt werden müssen.

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Mission Olympic ist eine von Coca-Cola und dem Deutschen Olympischen Sportbund ins Leben gerufene Initiative, die sich in einem bundesweiten Städtewettbewerb um die Förderung des Breitensports bemüht. Offenbach kämpfte sich in die Endausscheidung und erreichte den mit 15.000 Euro dotierten zweiten Platz.

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