Mission Sanierung

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Ans Fußballspielen ist derzeit auf diesem Platz nicht zu denken: VfB-Vorsitzender Erwin Friedrich vor einer der Stellen, an denen der Boden eingebrochen ist.

Offenbach - Während das sportliche Offenbach seiner „Mission Olympic“ entgegenfiebert, ist abseits des Großereignisses, in den Niederungen des sportlichen Alltags sozusagen, der Kampf gegen den Verfall der Sportstätten angesagt. Von Matthias Dahmer

Aktuell hadern die Fußballer des VfB mit der Stadt. Von den drei Plätzen am Bierbrauerweg sind zwei nicht bespielbar, einer davon sogar schon seit mehreren Jahren. Immerhin, und das vorweg: Was einen der nicht benutzbaren Plätze betrifft, sagt man im Rathaus schnelle Hilfe zu.

Bislang haben die VfBler ja still gehalten. Doch nun spitzt sich die Lage für die Kicker zu: Sie wissen nicht, wie sie in den nächsten Monaten den Spiel- und Trainingsbetrieb aufrecht erhalten sollen. Für heute zum Beispiel musste eines von zwei angesetzten Punktspielen abgesagt werden. VfB-Boss Erwin Friedrich hatte bereits Ende Juli ein Schreiben an die Stadtspitze geschickt, in dem er den Missstand beschreibt, der so gar nicht zu dem Titel „Sportstadt“ passt, mit dem man sich im Rathaus so gern schmückt.

Nutzbar am Bierbrauerweg ist derzeit nur der Rasenplatz in der Mitte, der sich – das kann Friedrich konstatieren – in gutem Zustand befindet. Doch den müssen sich zehn Mannschaften teilen. In der beginnenden Punktrunde tragen außer dem VfB auch noch der FC Maroc und die Oberschlesier vom FSV Silesian United sowie samstags vier Jugendmannschaften ihre Heimspiele auf dem Platz aus, der zudem kein Flutlicht hat. Das südliche Spielfeld mit seinem Belag aus Baumrinde, dem sogenannten Ricoten, ist schon seit drei Jahren nicht mehr nutzbar, schätzt Vorsitzender Friedrich. Vor etwa 15 Jahren als Musterplatz angelegt, erwies sich der Untergrund offenbar schnell als untauglich. Auf fast der Hälfte des Feldes sprießt mittlerweile kräftig das Grün.

Einer örtlichen Gegebenheit ist geschuldet, dass auch der nördliche, etwas erhöht liegende Aschenplatz den VfB-Sportlern nicht zur Verfügung steht: Unter ihm verlaufen im 19. Jahrhundert in den Kalkstein geschlagene Stollen, welche Brauereien zur Lagerung von Flusseis aus dem Main nutzten. Am Bierbrauerweg, der daher seinen Namen hat, befinden sich die meisten Eingänge zu den Stollen. Auf den Aschenplatz münden vier jeweils ein Quadratmeter große Lüftungsschächte der Gewölbe, die vor kurzem teilweise eingebrochen sind. Die für die Sportstätten zuständige städtische Gebäudemanagement GmbH (GBM) hat nach einer geo-technischen Untersuchung die Schächte bereits freigelegt. Sie sollen jetzt mit jeweils vier mal vier Meter großen Abdeckungen versehen werden. Wenn im Rathaus das Geld dafür freigegeben wird, heißt es bei der GBM, könnten die Arbeiten in etwa drei Wochen erledigt sein.

Was den verfallenen Ricotenplatz angeht, denkt Sportdezernent Peter Schneider an eine Umwandlung in einen Aschen- oder Rasenplatz. Die Entscheidung hänge von den noch zu ermittelnden Kosten ab. Ein teurer Kunstrasenplatz sei sicher nicht möglich, schränkt der Bürgermeister ein.

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