Diskussion über Beschilderung der Offenbacher Maskenpflicht-Zonen

Mit „Boden-Tattoos“ wird bei der Kennzeichnung in Offenbach noch nachgelegt

Schild als Hinweis auf Maskenpflicht in Offenbach
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Von Frankfurt lernen? Leser halten die dortigen Hinweise für zielführender als diese in Offenbach.

Reichen die von der Stadt aufgehängten Hinweise auf die Maskenpflicht in verschiedenen Zonen aus? Leser meinen nein, sehen kräftigen Nachholbedarf.

Offenbach - Michael John hält die in etwa drei Metern Höhe an Masten angebrachten, mit kleinem Buchstaben Schilder für zu unauffällig: „Ich glaube, niemand nimmt diesen Hinweis zur Kenntnis. Warum werden nicht die sehr gut gestalteten Schilder verwendet, die auch in Frankfurt gut sichtbar aufgehängt sind?“ In der Nachbarstadt signalisieren DIN-A-2-Tafeln auch in englischer Sprache auf Englisch, wo Mund und Nase zu bedecken sind.

Kay Wendelmuth bemängelt, dass es an der S-Bahn-Station Marktplatz keinen Hinweis auf die Maskenpflicht gebe. Lediglich am Zugang zur Fußgängerzone hingen zwei bescheidene A-2-Plakate. Für den weiteren Verlauf des ausgewiesenen Gebiets konstatiert er Fehlanzeige. „Sorry, aber wenn die ganzen Maßnahmen erfolgreich sein sollen, dann muss auch dafür Sorge getragen werden, dass die Vorgaben eingehalten werden“, fordert der Offenbacher zudem Überwachung und Sanktionen ein.

Bei der Stadt will man Kritik und Bedenken nicht teilen. Kerstin Holzheimer vom Presseamt erläutert zu einer Nachfrage unserer Zeitung: „Im Auftrag des Verwaltungsstabes hat der Stadtdienstleister ESO Plakate im Design der gesamten Corona-Kampagne produzieren lassen und an den entsprechenden Stellen aufgehängt.“ Das sei direkt am vergangenen Montag passiert, also mit Inkrafttreten der Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. Für die Stadt ein Indiz, dass die Tafeln wahrgenommen werden: „Wir haben dazu auch viele Fotos in den sozialen Medien gesehen.“ Parallel zur Beschilderung sei dieser Aspekt der Verschärfung von Corona-Regeln in Radio, Fernsehen, Zeitung, sozialen Netzwerken kommuniziert worden. An Ort und Stelle werde jedoch noch mit Markierungen zu ebener Erde nachgelegt, kündigt Kerstin Holzheimer an: „Aktuell in Vorbereitung sind noch Boden-Tattoos mit der gleichen Botschaft.“

Die Stadt-Sprecherin weist zudem darauf hin, dass schon zuvor eine vom Land Hessen verordnete und gültige Regel galt: Maske überall dort auf, wo Abstände nicht eingehalten werden können. Die Ausweisung von Zonen diene nun dem Hinweis auf solche Gebiete, in denen Distanz fehle. „Gesetzlich schützt Unwissenheit nicht vor Strafe“, weist Kerstin Holzheimer darauf hin, dass sich niemand damit herausreden könne, er hätte die entsprechenden Schilder nicht registriert.

Maskenpflicht gilt von 8 bis 22 Uhr in der Innenstadt zwischen Berliner, Luisen-, Herrn-, Main- Karl- und Bismarckstraße, auf Hafenplatz und Hafentreppe, in Biebers Aschaffenburger und Seligenstädter Straßesowie in Bürgels Langstraße und Offenbacher Straße.

Von Thomas Kirstein

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