An Theodor-Heuss-Schule

Gemeinsamer Religionsunterricht für alle

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Offenbach - Gemeinsamer Religionsunterricht für alle: „Verschiedenheit achten – Gemeinschaft stärken“, so heißt ein Projekt an der Theodor-Heuss-Schule, das nun den städtischen Integrationspreis erhält.

So kennt man es eigentlich: Christliche Schüler besuchen evangelischen oder katholischen Religionsunterricht, Muslime gehen in Ethikstunden. Anders an der Theodor-Heuss-Schule. Dort lernen Schüler aller Religionszugehörigkeiten gemeinsam innerhalb des Projekts „Verschiedenheit achten – Gemeinschaft stärken“. Dieses erhält den Integrationspreis der Stadt Offenbach für das Jahr 2014. Ausgangspunkt für das seit 2006 laufende Projekt war der hohe Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund. Menschen vieler Nationalitäten, verschiedener Religionen und unterschiedlicher sozialer Schichten kommen an der Schule täglich zusammen. Das Projekt hilft, die Hintergründe von Konflikten besser zu verstehen und angemessen zu reagieren.

Vorher war es üblich, dass sich die Schüler am Anfang der elften Klasse für evangelischen oder katholischen Religionsunterricht oder Ethikunterricht entschieden. Somit erfuhren sie, dass Religionszugehörigkeit Menschen trennt. Die Fachlehrer entschieden, dieser Botschaft entgegenzutreten und einen gemeinsamen Religionsunterricht einzuführen. Da die meisten Schüler Muslime sind, beteiligt sich eine ausgebildete muslimische Theologin am Unterricht.

Toleranz, Respekt und Dialog

Die Lehrkräfte (katholischer Religionslehrer, evangelische Pfarrerin, muslimische Theologin) entwickelten ein Curriculum, das die drei Religionen Judentum, Christentum und Islam in den Blick nimmt, immer in Bezug zu den Begriffen Toleranz, Respekt und Dialog sowie Identität. Auch säkulare Weltanschauungen finden ihren Platz. Der didaktische Schwerpunkt liegt auf narrativem und biografischem Arbeiten. Es soll Raum für die Erfahrungen und Traditionen der Schüler bieten, aber auch Auseinandersetzungen mit theoretischen und wissenschaftlichen Positionen.

Mit der Wahl des Preisträgers würdigt die Jury die engagierte und langjährige Arbeit der Koordinatoren Gonca Aydin, Burkhard Rosskothen und Pfarrerin Carolin Simon-Winter, welche die Theodor-Heuss-Schüler darin unterstützen, eine respektvolle Haltung gegenüber ihren Mitschülern zu entwickeln.

Herausragende Arbeit

„Das Projekt hat bereits viele Schüler erreicht und die im Schulprogramm propagierte gelebte kulturelle Vielfalt als aktiv zu gestaltendes Handlungsfeld erkannt und vorbildlich umgesetzt“, teilt Integrationsdezernent Felix Schwenke als Vorsitzender der Jury in seiner Begründung für die Auszeichnung mit. Es ist ein Anliegen der Jury, das Wirken von engagierten Initiativen und Projekten herauszustellen und zu würdigen. „Das Engagement und die Arbeit der Koordinatoren erfüllen in hohem Maße die von der Jury aufgestellten Kriterien für die Beurteilung der Qualität der Leistung“, heißt es weiter in der Begründung.

Die Arbeit der Koordinatoren von „Verschiedenheit achten – Gemeinschaft stärken“ zeige, wie ein „ernsthafter Dialog zwischen Religionen und Traditionen zu mehr Verständnis und Respekt füreinander führt. Schwenke: „Diese herausragende Arbeit erfüllt zudem eine Vorbildfunktion für ähnliche Vorhaben und Projekte in Offenbach.“

Weiterführende Schulen in Offenbach

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Der Preis wird bei einer Feierstunde verliehen am Mittwoch, 2. April, 17 Uhr, im Stadtverordnetensitzungssaal des Rathauses. Die Plätze sind begrenzt. Interessenten werden daher gebeten, sich zeitig anzumelden. Kontakt: Luigi Masala, 069/8065-3587, oder per E-Mail an luigi.masala@offenbach.de.

vs

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