Mit ungeahnten Folgen

Offenbacher Thorsten Fiedler legt im Bücher-Herbst mit „Scheißendreckhappens“ nach

Thorsten Fiedlers Buch „Scheißendreck Happens“
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Alles auf Orange: Thorsten Fiedlers neues Buch

Thorsten Fiedler ist definitiv Wiederholungstäter. An der Feder. Oder heute eher an der Tastatur. Der bekennende Offenbacher, hauptberuflich Vorstand eines mittelständischen Unternehmens, liefert im Jahresrhythmus Gedrucktes ab. Im Bücher-Herbst legt er „Scheißendreckhappens“ (190 Seiten, elf Euro, im geneigten Handel) vor – und kommt dabei auch nicht von den geliebten Kickers und dem Fußball los.

Offenbach - „Schlusspfiff“, „Nachspielzeit“, „Abseits“. Die drei Offenbach- beziehungsweise Kickers-Krimis um seinen Kommissar Adi Hessberger genießen lokalen Kult-Status. Der geneigte Leser hätte die Trilogie sicher fortgesetzt. Mögliche Titel gäbe es ja reichlich: „Doppelpass“ beispielsweise. Oder „Geisterspiel“. Und mit ganz viel Nostalgie versehen: „Senfkurve“. Leider wird daraus nichts. Thorsten Fiedler hat sich zu einer „Realsatire“ entschieden. Das Sympathische an den Episoden: Er scheut nicht davor zurück, sich selbst auf die Schippe zu nehmen.

Etwa bei der Szene in der Kaiserstraße 39: „Im Bürgerbüro herrschte buntes Treiben und mir vermittelte sich der Eindruck, dass es sich um ein Treffen der Zorro-Fangemeinschaft handeln musste, denn alle waren maskiert. Noch wenige Monate vorher wäre die ganze Versammlung wegen eines Verstoßes gegen das Vermummungsverbot verhaftet worden und jetzt wurde der Einzige nicht Vermummte des Saales verwiesen. Krass, wie sich die Zeiten und Regeln ändern.

Vor allem die Brillenträger taten sich durchaus schwer, mit ihren angelaufenen Gläsern nicht gegen die transparenten Durchgangstüren zu rennen. Ein Bataillon vor Ort befindlicher Krankenschwestern sorgte im Bedarfsfall dafür, dass kleinere Schnittwunden sofort behandelt wurden. Trotzdem kann so eine Maske, vollflächig getragen, den Gesamteindruck einiger Personen durchaus positiv verbessern. Jetzt waren nur noch Haare, sofern vorhanden, und die Augen zu sehen. Das macht aus manchem schlecht aussehenden jungen Mann auf einmal einen schlecht aussehenden jungen Mann mit Maske.“

Alles auf orange: Autor Thorsten Fiedler auf der Frankfurter Buchmesse, wo er viele Bücher „zur Adoption freigegeben hat“.

Und wenn das Lektorat aufgrund orthografischer Auswüchse Amok läuft, die Gründung einer Stadt unter ganz neuen Gesichtspunkten beleuchtet wird oder manche Mainnachbarn Schnapp-Atmung bekommen, kann das Motto im wahrsten Sinne des Wortes nur heißen: „Scheißendreckhappens“. Passend dazu versuchte der Offenbacher Autor trotz seines erhöhten Lebendgewichtes das Sportabzeichen in Gold zu erlangen. Das Ergebnis dieser „mission impossible“ ist zwischen den Buchdeckeln nachzulesen.

Aber was ist jetzt mit dem ruhmreichen Offenbacher Fußball Club? Thorsten Fiedler verspricht dazu: „Handkäs’ und Ebbelwoi bringen den Bieberer Berg endlich wieder zum Beben!“ Den Ursprung hat das alles in den Jahren 1999/2000, als der Übungsleiter Peter Neururer in der 2. Bundesliga den Posten an der OFC-Seitenlinie übernommen hat. Und zur feierlichen Begrüßung gab’s für die Ruhrpott-Ikone selbstverständlich ein zünftiges hessisches Mahl – mit ungeahnten Folgen ...

Und zu guter Letzt – sozusagen in der Nachspielzeit – lässt sich Fiedler vor der offiziellen Premiere seiner Alltags-Geschichten noch entlocken: „2022 wird Adi Hessberger mit seiner Kollegin Sina Fröhlich weiter ermitteln, in einem spannenden Fall im ansonsten beschaulichen Offenbach...“ (Martin Kuhn)

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