„Ritter Männche“ unterliegt

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Die zum Auf- und Abbau der Stände beim Mittelaltermarkt eingesetzten Lkw hatten im August ganze Arbeit geleistet. Die Stadt hat einen Landschaftsgärtner mit der Behebung der Schäden beauftragt.

Offenbach ‐ Nein, dafür ist er dann doch zu beliebt, als dass man ihn einfach so beerdigen könnte: Der Mittelaltermarkt, zwölf Jahre lang im Rumpenheimer Schlosspark beheimatet und wegen Flurschäden in diesem Sommer vom Oberbürgermeister gestrichen, soll weiterleben. Von Matthias Dahmer

Wo der beste Platz für das publikumsträchtige Spektakel ist, das muss die Stadtregierung auf Antrag von SPD, Grünen und FDP nun herausfinden. Dass bei der Standortsuche der Schlosspark ausgeklammert wird, dafür kämpft am Donnerstagabend der CDU-Stadtverordnete Tobias Männche mittels eines ergänzenden Antrags tapfer. Doch nur die Union steht ihm bei, „Ritter Männche“, wie er von den Grünen genannt wird, unterliegt. Ohne nähere Begründung lehnt die Mehrheit die Einschränkung bei der Standortsuche ab.

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Flurschaden im Schlosspark

Allein Dominik Schwagereit (FDP) wagt den Ausbruch aus der Koalitionsräson: Die Tatsache, dass der Markt im Schlosspark gestrichen wurde, argumentiert der Liberale, beinhalte für ihn zwingend den Ausschluss dieses Standorts. Am Ende beugt sich Schwagereit aber dem Druck der Koalition und lehnt die Forderung der CDU ebenfalls ab. Immerhin bringt er Alternativ-Standorte ins Gespräch: Den „Reichstag“ am Bürgeler Mainufer oder das Areal im und ums Büsingpalais könnte sich der FDP’ler vorstellen. Später wirft Peter Schneider (Grüne) eher scherzhaft noch den Ostendplatz in Bieber in die Runde, Oberbürgermeister Horst Schneider bringt am Rande der Sitzung den Leonhardt-Eißnert-Park ins Spiel. Geeignete Standflächen und ausreichend Parkplätze sind für alle die entscheidenden Kriterien.

Daran mangelt es für Tobias Männche im Rumpenheimer Kleinod, einem Landschaftsschutzgebiet, das beim Mittelaltermarkt in zwei Tagen rund 10.000 Besucher zu verkraften hat, wie er betont. Und die Betreiber des Marktes verdienen prächtig an dem Spektakel, zwischen 30.000 und 40.000 Euro schätzt der CDU’ler. „Die Rumpenheimer wollen den Markt nicht“, sagt Männche am Donnerstagabend.

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Mittelaltermarkt im Rumpenheimer Schlosspark

Gestern legt er nach: „Wer es ausdrücklich verweigert, den Schlosspark als Veranstaltungsort auszuschließen, der hat aus der Vergangenheit nichts gelernt.“ Die Reden der Vertreter von SPD und Grünen machen für ihn zudem deutlich, dass für sie nur der Schlosspark als geeigneter Standort in Frage kommt. Besonders enttäuscht ist Männche von den Rumpenheimer Stadtverordneten Peter Schneider und Dominik Schwagereit. „Beide haben sich als Sprecher  ihrer Fraktionen gegen die offenkundigen Interessen ihres Stadtteils verdingen lassen.“

Die Befürworter des Schlosspark-Standorts, Lutz Plaueln (SPD) etwa, räumen immerhin ein, dass es Verbesserungen geben muss. Als Beispiel nennen sie die Sperrung des Stadtteils für Autofahrer und die Einrichtung von Pendel-Bussen zum Mittelaltermarkt.

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