Mittelaltermarkt als Politikum

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Ein Foto mit historischem Wert. So sah es aus, nachdem die Stände des zwölften Mittelaltermarkts im Schlosspark abgebaut waren.

Offenbach (tk) - Zumindest das steht fest: Auch 2012 wird es, wie schon 2011, keinen Mittelaltermarkt in Offenbach geben.

Die Veranstaltung, die stets Zehntausende nach Rumpenheim lockte, war vom Oberbürgermeister Horst Schneider spontan vom Festkalender gestrichen worden, nachdem das Markttreiben den vom Regen aufgeweichten Schlosspark in einen erbärmlichen Zustand versetzt hatte. Schon zuvor war das überregional beachtete Spektakel im Stadtteil nicht wohlgelitten.

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Die Zukunft des Mittelaltermarkts und besonders, an welchem Ort diese gesehen wird, bleibt ein Politikum. Die CDU, an der Spitze der Rumpenheimer Tobias Männche, und die FDP schließen Rumpenheims historische Parkanlage kategorisch aus, ganz im Sinne der Stadtteil-Bürgerinitiative. SPD und Grüne sind da offener. Beschlusslage ist die Suche nach alternativen Standorten. Bis März soll der Magistrat die Ergebnisse seiner Prüfung vorlegen.

Was als ein solcher in Frage kommen könnte, hat Kultur-Amtsrat Günter Doll, Organisator und einer der Väter des Mittelaltermarkts dem Ausschuss Kultur, Schule und Sport vorgestellt. Dreieichpark, Büsingpalais und „Reichstag“ am Bürgeler Mainufer wären Alternativen. Theoretisch.

Bilder vom letzten Mittelaltermarkt

Mittelaltermarkt im Rumpenheimer Schlosspark

Für die Grünen, die sich klar für eine Fortführung des Mittelaltermarkts aussprechen, scheinen die genannten Ausweichplätze nicht besonders attraktiv zu sein. Sie legen sich einerseits nicht fest, wollen den Rumpenheimer Schlosspark jedoch nicht von vornherein ausgeschlossen wissen. „Zur Zeit sieht es danach aus, als bliebe aufgrund der großen Fläche mit Wiesen und der attraktiven und gut abzusichernden Lage doch wieder nur der Schlosspark übrig“, meint die Stadtverordnete Sabine Grasmück-Werner. Sie weist darauf hin, dass sich der vom „Jahrhunderregen“ beschädigte Park-Rasen recht schnell regeneriert habe. Allerdings müsse die Verwaltung die Klagen der Rumpenheimer über eine fehlendes Parkplatzkonzept und starke Lärm- und Verkehrsbelastung ernst nehmen.

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