Mobiler Zugriff auf Daten

Statistik für die Hosentasche

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Stadtrat und Kämmerer Dr. Felix Schwenke hat die neue Statistik-App schon. Mit ihrer Hilfe sind viele Daten zu Offenbach auch für interessierte Bürger frei zugänglich und jederzeit mobil abrufbar.

Offenbach - Mit großen Schritten bewegt sich die Stadt Offenbach in der digitalen Welt vorwärts. Eine neue App ermöglicht es Bürgern, schnell und unkompliziert auf ausgewählte statistische Daten rund um die Lederstadt zuzugreifen. Von Jenny Bieniek 

Wer dagegen Gedrucktes bevorzugt, wird im jüngst veröffentlichten Statistischen Jahrbuch fündig. Wenn Stadtrat und Kämmerer Dr. Felix Schwenke bei offiziellen Anlässen künftig über die Bevölkerungsstruktur Offenbachs spricht, können sich seine Zuhörer einen Teil der zugrunde liegenden Daten parallel aufs Handy holen. Möglich macht’s eine neue App für Mobilgeräte, mit der die Stadtverwaltung neue Wege geht.

Das Thema „Open Data“ spielt auch im hiesigen Rathaus eine wichtige Rolle. Dahinter verbirgt sich der Wille, Bürgern öffentliche Daten zur Verfügung zu stellen, um so mehr Transparenz nicht nur bei politischen Entscheidungen zu schaffen. „Mit Hilfe der App kann sich jeder, der Interesse an Statistik zu Offenbach hat, mobil informieren“, sagt Felix Schwenke, der sich bei der Vorstellung als Freund von Tabellen und Diagrammen zeigt: „Mir machen Zahlen Spaß.“

Je nach eigenem Standort zeigt die App zunächst die Daten zum jeweiligen statistischen Gebiet, etwa Rosenhöhe oder Kaiserlei. Natürlich können Nutzer aber auch Zahlen zu anderen Stadtteilen oder gleich dem ganzen Stadtgebiet abfragen.

Die Bedienung ist einfach. Schritt für Schritt wählt der Nutzer das Wo, Was und Wann und erhält kurz darauf die gewünschten Daten – als Grafik oder tabellenförmig in absoluten Zahlen.

„Die App ist nicht nur ein nettes Spielzeug“, betont Matthias Schulze-Böing, Leiter des Amts für Arbeitsförderung, Statistik und Integration. So hätten etwa Geschäftsleute nun die Möglichkeit, die bereitgestellten Daten für die Suche nach geeigneten Filialstandorten zu nutzen. Bislang landeten solche Anfragen erst mal im Rathaus.

Auch bei der Wohnungssuche könnten Umgebungsdaten eine erste Orientierungshilfe liefern. Möglich wurde die App durch den Kosis-Verbund, einem Zusammenschluss von Stadtstatistikern verschiedener Kommunen, die die Kosis-App gemeinsam entwickelt haben. Neben Offenbach sind derzeit elf weitere deutsche Großstädte beteiligt, die anderen sollen nach und nach folgen. Die abrufbaren Daten umfassen vor allem die Bevölkerungsstruktur bis 2013. Ebenfalls neu ist das Statistische Jahrbuch der Stadt für die Jahre 2012 und 2013. Neben Daten zu Bevölkerung, Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Bauen und Wohnen, Bildung, Verkehr und Tourismus sowie öffentliche Finanzen finden sich in dem rund 200 Seiten starken Werk Wahlergebnisse und Zahlen zur öffentlichen Sicherheit. Erstmals mit aufgenommen wurden Daten zum Migrationshintergrund der Bevölkerung und zur Kultur.

20 Tipps: Sicher surfen und telefonieren

„Die Statistik-Abteilung trägt mit ihrer Arbeit dazu bei, die Entwicklung in der Stadt besser zu verstehen“, sagt Schwenke. Die Tabellen halten neben Erwartbarem auch so manche Kuriosität bereit. So beweist das Zahlenwerk nicht nur, was viele schon lange ahnten: Zwischen 2010 und 2013 sind jeweils stets mehr Leute aus Frankfurt nach Offenbach gezogen als andersrum. Überraschen dürfte dagegen die Tatsache, dass der fünfthäufigste Geburtsort aller Einwohner Offenbachs Berlin ist. Und wer hätte gedacht, dass Chinesen und Menschen aus Mittelamerika und der Karibik den größten Anteil ausländischer Gäste ausmachen? Mit durchschnittlich vier Tagen halten sich Touristen aus Indien dabei am längsten in der Stadt auf. Das Hobby Bergsteigen und Wandern rangiert bei den Offenbachern hinter den Sportarten Fußball, Schwimmen, Turnen und Tennis auf Rang fünf.

Das Statistische Jahrbuch ist für 10 Euro im Rathaus erhältlich. Ein kostenloses PDF steht unter www.offenbach.de/statistik zum Download bereit. Die App ist abrufbar unter www.staedtestatistik.de/kosisapp.htmloder als kostenloser Download im Google PlayStore.

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