Casting mit vielen Beautygeheimnissen

Offenbach ‐ Katy kennt schon ein paar Beautygeheimnisse, das merkt man ihr sofort an. Gekonnt hat sie sich für das heutige Casting zurechtgemacht. Ihr Stil: Einfach, schick, nicht zu auffällig und doch sehr sehenswert. Von Domenico Sciurti

Katys blaue Augen strahlen, schwarze Wimperntusche verstärkt deren Ausdruck, die Wangen sind leicht rötlich, die Lippen nur ein klein wenig mehr. Eine dünne goldene Kette ziert den schmalen Hals und das gelockte braune Haar umrahmt ihr Gesicht und fällt locker auf die Schultern. Wie ein Profi lächelt sie in die Kamera.

Die 22-jährige Jurastudentin hat schon bei Germany‘s Next Topmodel mitgemacht, sogar den 23. Platz belegt. Jetzt will sie bei den Fashion Wochen im KOMM zeigen, was sie kann. „Wenn es in der Nähe so eine Gelegenheit gibt, dann nutze ich sie auch“, sagt sie.

Die junge Deutsche mit ukrainischen Wurzeln möchte ihren kompletten Namen nicht verraten. Das sei nicht nötig, nur wenn sich wirklich was ergeben würde. Für das heutige Casting ist sie aus Frankfurt gekommen. Zusammen mit ihrer Studienkollegin und Freundin Anna aus Offenbach ist sie schon früh da, nur wenige andere Kandidaten sind bereits gekommen – Um 11.45 Uhr, also fast zwei Stunden nach dem offiziellen Beginn der Veranstaltung, sind nur drei andere Teilnehmer auf den roten Teppich vor die Jury getreten.

Kandidaten investieren wenig Zeit

Jutta Schmid von der Werbegemeinschaft des KOMM-Centermanagements ist optimistisch: „Ich glaube es wird heute noch voll werden. Irgendwie fühle ich das“, sagt sie. „Letztes Jahr war um diese Zeit gar nichts los.“ Der große Ansturm komme erst, wenn die Schule vorbei ist. Die hiesigen Fashion Wochen finden schon zum dritten Mal statt. Schmid ist Organisatorin und sitzt in der Jury; mit ihr eine weitere Kollegin aus dem KOMM-Centermanagement. Dazu kommen abwechselnd Mitarbeiter aus den Geschäften, deren Mode am kommenden Freitag auf der Finalen-Show präsentiert wird.

Die Kandidaten investieren wenig Zeit. Fast scheint es, die Mode-Karriere könnte mal schnell zwischen Friseurbesuch und Einkauf geebnet werden: Bevor es zur Jury geht, wird ein Formular ausgefüllt, man erhält eine Nummer und ein Foto wird geschossen, so kann jedes Gesicht später besser eingeordnet werden. Noch ein paar Fragen der Juroren beantworten, dann läuft man ein, zwei Mal über den roten Teppich, schon ist es vorbei. Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt.

„Ich habe meine Grenzen“

Für Katy und Anna ist das Modeln nicht alles. Das Studium geht vor, sind sich beide einig. Katy scheint der glamourösen Mode-Welt jedoch mehr zugeneigt zu sein. Für Karl Lagerfeld, sagt sie, würde sie ihr Studium schon abbrechen. Leider sei sie aber nicht sein Typ; sie schmunzelt. Dann wird sie ernst und greift das Thema „Abnehmen“ auf. Vom Magerwahn der internationalen Mode-Branche ist sie nicht begeistert: Ihre Oberschenkel seien wahrscheinlich schon zu dick, sagt sie.

Aber sie würde sich diesen Schönheitsideal nicht beugen. Shock-Kampagnen, wie die des kürzlich verstorbenen Magersucht-Models Isabelle Caro prägten die etwa 1,70 große Frau: „Ich habe meine Grenzen“ sagt sie. „Weniger als 50 Kilo möchte ich nicht wiegen.“

Rubriklistenbild: © Georg

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