Bekenntnis zu Offenbach

Modern Arbeiten am Kaiserlei: der Helaba-Campus

Blick zur Kaiserleibrücke von der Dachterrasse aus: Helaba-Vorstandsvorsitzender Thomas Groß, Oberbürgermeister Felix Schwenke und Helaba-Vorstand Christian Schmid (von links) bei der Besichtigung des Helaba-Campus.
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Blick zur Kaiserleibrücke von der Dachterrasse aus: Helaba-Vorstandsvorsitzender Thomas Groß, Oberbürgermeister Felix Schwenke und Helaba-Vorstand Christian Schmid (von links) bei der Besichtigung des Helaba-Campus.

Als die Helaba, die Landesbank Hessen-Thüringen, Mitte der 90er Jahre von Frankfurt in das Omega-Haus im Offenbacher Kaiserlei zog, waren längst nicht alle Mitarbeiter glücklich. So erinnert sich Vorstandsvorsitzender Thomas Groß. Doch das hat sich inzwischen geändert. Nicht allein, dass die Landesbank weiterhin dem Standort Offenbach die Treue hält: Als bekannt wurde, dass ein Umzug vom Omega-Haus in das ehemalige Areva-Gebäude anstand, fiel manchem Mitarbeiter der Abschied vom lieb gewonnenen Gebäude schwer.

Offenbach - Am neuen Standort ist die Helaba nicht mehr Mieter: Für einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ habe man das Gebäude erworben und umfangreich umgestaltet, sagt Christian Schmid vom Vorstand. Knapp zwei Jahre dauerte der Umbau, bis sich das neue Gebäude nun als zukunftsweisender Arbeitsplatz präsentiert. Auffälligste Veränderung ist ein neuer Gebäudeteil, der die Büros in östlicher Richtung gegen den Lärm der nahen A661 abschirmt. Ein mit moderner Verschattungstechnik ausgestattetes Dach über einem der neu entstandenen Innenhöfe sorgt für ein beeindruckendes, 1 000 Quadratmeter großes Atrium; der andere Innenhof ist als Park gestaltet.

Noch sind fast 80 Prozent der Mitarbeiter in Heimarbeit, doch das soll sich sukzessive ändern, bis zu 1 700 Menschen können im „Helaba-Campus“ arbeiten. „Wir wollen den Austausch untereinander fördern, ein kommunikativer Ort sein – daher haben wir uns für Campus als Namen entschieden“, begründet Vorstandschef Groß die Anleihe aus dem universitären Wortschatz. Dass nach Corona weiterhin Büros benötigt werden, daran bestehen bei der Helaba keine Zweifel. Ebenso wenig wie am Standort Offenbach: „Wir geben ein klares Bekenntnis zum Standort Offenbach und dem Kaiserlei ab“, sagt Groß. Das hört Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) gern. Zwar sei der Kaiserlei im Masterplan für Büronutzung vorgesehen, jedoch wolle man tote Bürostädte wie in Niederrad oder Eschborn vermeiden. Daher sind auch Restaurants oder ein Park für den Stadtteil vorgesehen.

Dass das Gebäude auffällig viele Besprechungsräume oder Möglichkeiten für Treffen der Mitarbeiter vorhält, ist Absicht: So sollen flexibles Arbeiten und die Kommunikation nicht nur verbessert, sondern angenehm gestaltet werden. Gearbeitet wird in –„Dorfstruktur“ genannten – Kleingruppen, natürlich mit all dem ausgestattet, was seit der Corona-Pandemie wichtig ist, so gibt’s eine moderne Lüftungsanlage und beste Wlan-Möglichkeiten. Gesprächsnischen sind überall auf den Stockwerken verteilt, der Lärm der Autobahn ist im Inneren nicht zu vernehmen.

Ein Restaurant, eine 24-Stunden-Cafeteria und eine Kita („Kids Camp“) gehören zum weiteren Angebot des Hauses. „Wer heute um Talente werben will, muss an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf denken“, sagt Schmid. Auch ein Spielplatz für 30 betreute Kinder konnte gebaut werden.

OB Schwenke betont: „Dass die Helaba an Offenbach und am Kaiserlei festhält, bedeutet eine Aufwertung des Stadtteils als Dienstleistungsstandort.“

Von Frank Sommer

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