Städtische Wirtschaftsförderung legt Flächenreport 2013 vor

Moderne Büroräume eher Mangelware

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Verkauft: Das Gebäude am Kaiserlei, in dem einst der Deutsche Wetterdienst beheimatet war, will ein Investor grundsanieren und als Gewerbeimmobilie vermarkten.

Offenbach - Die vermehrte Ansiedlung von Unternehmen und damit sprudelnde Gewerbesteuer sind zentralen Hoffnungsträger auf dem Weg zur Entschuldung der Stadt. Von Matthias Dahmer 

Ob dies gelingt, lässt sich unter anderem dem jährlichen Flächenreport entnehmen, einer bundesweit einmaligen Ausarbeitung der städtischen Wirtschaftsförderung, dessen 22. Ausgabe gestern vorgestellt wurde. Nichts könnte besser die Unwägbarkeiten des Geschäfts mit der Ansiedlung zeigen als die Entwicklung bei den Büroflächen: Zum Stichtag 25. September standen 142.550 Quadratmeter Bürofläche im Stadtgebiet leer. Zum Vorjahreszeitraum ist das ein Rückgang um rund 3  000 Quadratmeter oder 0,26 Prozent, was zu einer Leerstandsqoute von etwas über elf Prozent führt. Zum Vergleich: In Frankfurt beträgt der Leerstand zwischen 11,3 und 13,7 Prozent.

Der Rückgang 2013 ist hauptsächlich auf die Vermietung von rund 11 000 Quadratmetern im City Tower an der Berliner Straße 76 zurückzuführen, wo künftig nur noch zwei Etagen frei sein werden. In den oberen Teil der 34 Geschosse umfassenden und 140 Meter hohen Immobilie, genauer: in 14 Etagen zu jeweils rund 800 Quadratmetern, zieht die Hotelkette Holiday Inn als Mieter ein. Die Umbauarbeiten sollen im Februar starten. Diese positive Nachricht wird getrübt durch den Wegzug der Firma Honda in der zweiten Jahreshälfte. An der Sprendlinger Landstraße wurden so 7 500 Quadratmeter Bürofläche plus mehre tausend Quadratmeter Lager- und Produktionsfläche frei.

Jürgen Amberger, Chef der Wirtschaftsförderung bescheinigt, der Immobilie, die noch Honda gehört, einen „hervorragenden Standort und eine gute Substanz. Weil die Japaner sie jedoch für ihre Bedürfnisse um- und ausgebaut haben, ist sie als Spezial -Immobilie wohl nur schwer wieder an den Mann zu bringen. Die zwei größten Leerstände an Büroeinheiten sind mit jeweils 13.000 Quadratmetern das ehemalige Honeywell-Gebäude in der Kaiserleistraße 39 sowie das Haus der Wirtschaft in der Berliner.

Bei mehr als der Hälfte des Büroleerstands, sagt Amberger, handelt es sich um schwer zu vermittelnden Altbestand. Sein nur scheinbar widersinniger Wunsch deshalb: „Mehr Leerstand wäre wünschenswert. Aber an höherwertigen Büroflächen, welche man Interessenten anbieten kann.“ Bei den Lager- und Produktionsflächen sowie bei den Ladenflächen ist der Leerstand dagegen gestiegen. Der Anstieg bei den Ladenflächen um knapp 5 000 Quadratmeter ist vor allem der Aufgabe des Top-Baumarkts an der Mühlheimer Straße sowie dem den Auszug des Zelt- und Campinggeschäfts Fritz Berger an der Sprendlinger Landstraße geschuldet.

Der Leerstand an Lager- und Produktionsflächen stieg von 33.214 auf 40.813 Quadratmeter. Grund dafür waren der Wegzug von Honda sowie die Flächenaufgabe einer Firma in Waldhof. Dadurch kamen rund 10.000 Quadratmeter an den Markt. Gleichzeitig konnte durch kleinere Vermietungen der Anstieg freier Flächen auf etwa 7 000 Quadratmeter begrenzt werden. Bei den Mietpreisen, die durch Abfrage bei den Vermietern ermittelt werden, sind bei Büroflächen nur leichte Veränderungen festzustellen. Am wichtigsten Offenbacher Bürostandort, dem Kaiserleigebiet, hat sich der durchschnittliche Mietpreis im Vergleich zum Vorjahr von 8,50 auf 9 Euro erhöht. Durch die Nähe zum Neubau der Europäischen Zentralbank rückt das Gebiet wieder mehr in den Focus von Interessenten. Bei der städtischen Wirtschaftsförderung macht sich das durch einen Anstieg gezielter Anfragen bemerkbar, so Jürgen Amberger.

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