Montblanc macht in Waldhof zu

Offenbach - (tk) Die schlechte Nachricht ereilte die Mitarbeiter kurz vorm Wochenend-Feierabend: Montblanc International macht seine Offenbacher Lederwaren-Manufaktur dicht. Alle 52 Mitarbeiter in der Heinrich-Krumm-Straße sind davon betroffen. Über den genauen Zeitpunkt der Schließung - die Rede ist vom Sommer - und einen Sozialplan verhandelt die Geschäftsleitung derzeit mit dem Betriebsrat.

Laut der Montblanc-Zentrale in Hamburg will der internationale Konzern seine „Lederkompetenz“ in Florenz konzentrieren. Mit dem Rückgang der deutschen Lederindustrie habe auch der Standort Offenbach in den letzten Jahren seine Bedeutung verloren; inzwischen gebe es hier weder Heimarbeit noch die Ausbildung zum Feintäschner. Was mit dem 3318 Quadratmeter großen Firmengelände in Bieber-Waldhof geschieht ist noch offen. Die Schließung bedeutet auch das Ende einer Offenbacher Lederwarentradition: 1992 hatten die Brüder Armin und Fred („Itzer“) Johl das 1889 von ihrem Großvater gegründete Unternehmen an die besonders für ihre Schreibgeräte berühmte Nobel-Marke Montblanc (gehört zur Schweizer Richemont-Gruppe, Stammsitz ist Hamburg) verkauft.

Kommentare