Morgens später, abends länger

Bus-Lautsprecherservice wird geändert

Offenbach - Die für den öffentlichen Nahverkehr zuständigen städtischen Ableger NiO und OVB bemühen sich nach der Kritik an den den Außenlautsprechern an Bussen um weitere Erläuterungen.

Nicht nachvollziehbar ist dabei, wie nun auf die Kritik reagiert werden soll: Statt von 4. 30 Uhr bis 20 Uhr sollen auf der Linie 101 künftig die Durchsagen von 6 bis 24 Uhr erfolgen – eine Änderung, welche Kritiker nicht unbedingt zum verstummen bringen dürfte. NiO und OVB erläutern: Anfang vergangenen Jahres habe man den neuen, vor allem für sehbehinderte Menschen hilfreichen Service eingeführt und damit einem Wunsch des Fahrgastbeirats entsprochen. An drei zentralen ÖPNV-Knotenpunkten – Marktplatz, Offenbach-Ost und Hauptbahnhof – sagt seither ein Sprachcomputer beim Öffnen der Bustür automatisch die Nummer der Linie und deren Fahrziel an.

Nicht nur aus Sicht von NiO und OVB hat sich das neue akustische Informationssystem bewährt. „Das ist ein Riesenerfolg und eine große Erleichterung für alle Sehbehinderten“, freut sich Mitinitiatorin Helene Wenzel, selbst sehbeeinträchtigt und in Fahrgastbeirat und Blindenbund aktiv.

„Sprechen gelernt“ haben Offenbachs Stadtbusse inzwischen nicht nur an den drei Knotenpunkten, sondern probeweise auch im Streckenverlauf der stark genutzten Linie 101. Im Gegensatz zu den ÖPNV-Knoten, wo die Außenansage bis heute rund um die Uhr in Betrieb ist, erfolgt die Durchsage auf dem Linienweg der 101 nur im Tagesverkehr bis etwa 20 Uhr, dies jedoch bereits frühmorgens ab 4.30 Uhr.

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Anwohner im unmittelbaren Umfeld der Haltestellen hat das weniger erfreut. Denn um an den Knotenpunkten mit ihrem Verkehrslärm noch verständlich zu sein, müssen die Durchsagen in einer gewissen Mindestlautstärke erfolgen. Für kleinere Haltestellen in Wohngebieten lässt sie sich nicht eigens drosseln. Als Reaktion auf die Einwände der lärmgeplagten Anwohner werden ab sofort „einheitlich an allen Haltestellen die Ansagen auf die Zeit von 6 bis 24 Uhr beschränkt“, heißt es.

In Kürze werde das akustische Informationssystem flächendeckend aufs ganze Stadtgebiet und alle neun OVB-Linien ausgeweitet. Liniennummer und Fahrziel sollen aber nur an Haltestellen angesagt werden, an denen es zu einer Verwechslung kommen kann. Das sind Haltestellen, die von mindestens zwei Linien bedient werden. Helene Wenzel ist zuversichtlich, dass das Informationssystem schon bald zum ganz normalen Mobilitätsalltag aller Fahrgäste gehören wird. Anfangs habe es auch Beschwerden über Fußgän- gerampeln mit akustischem Signal-Geber gegeben. (mad)

Rubriklistenbild: © dpa

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