SPD-Antrag abgelehnt

Müll am Mainufer und Hafenbecken ein Streitthema

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Im Hafenbecken sammelt sich zurzeit schleimiger Blütenstaub an, der mit dem Kescher entfernt werden muss. Der ESO hat seine Reinigungsintervalle dort und am Mainufer erhöht, weil sich nach Wochenenden die Müllberge häuften.

Offenbach - Die Müllberge am Mainufer und anderen Naherholungsflächen sorgten bei der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten für Diskussionen. Von Veronika Schade 

Während die SPD in einem Antrag Maßnahmen gegen die Vermüllung forderte, sah die Koalition das Problem als bereits in den Griff bekommen. Überquellende Abfalleimer, umherfliegender Müll, Reste vom Grillpicknick: Vor allem nach sonnigen Wochenenden ergibt sich an Offenbacher Mainufer, Hafenplatz oder Leonhard-Eißnert-Park für Passanten ein unschöner Anblick (wir berichteten). Eine häufigere Leerung, die Platzierung von mehr oder größeren Mülleimern sowie eine Informationskampagne, welche die Nutzer dazu auffordert, ihren Müll wieder mitzunehmen, fordert deshalb die SPD in ihrem Antrag an die Stadtverordnetenversammlung. „Ich bezahle gern höhere Müllgebühren, wenn dafür Sonderschichten gefahren werden oder sogar neue Mitarbeiter beim ESO eingestellt werden müssen“, sagt Genossin Rosa Kötter, besorgt um die Umwelt und das Image der Stadt. „Lassen Sie uns unsere Parks und das schöne Mainufer bewahren.“ Der Antrag beruhe auf deutlicher Kritik, die aus der Bevölkerung an die SPD herangetragen worden sei.

Grünen-Stadtverordneter Tobias Dondelinger erachtet ihn für unnötig: „Es ist der Verwaltung und dem ESO zuzutrauen, das Problem unbürokratisch und ohne Antrag in den Griff zu bekommen.“ Bilder vom vermüllten Mainufer, wie die Mitte April nach einem sommerlichen Wochenende, werde es nicht nochmal geben. „Auch eine x-te Kampagne zu dem Thema bringt nichts.“ Die Stabsstelle Sauberkeit habe Prozesse optimiert und arbeite weiter daran. „Lassen Sie die Leute ihre Arbeit machen“, fordert er.

„Die Arbeit ist eben nicht ordentlich gemacht“, kontert SPD-Fraktionschef Martin Wilhelm. „So zu tun, als ob es das Problem nicht gibt, ist typisch für Tansania.“ Eine pauschale Ablehnung der Anträge seitens der Koalition bringe die Stadt nicht weiter.

Bilder: Frühling genießen in Offenbach

Peter Freier (CDU) fordert von den Sozialdemokraten, sich nicht an der Stabsstelle, sondern an ihm abzuarbeiten – dazu sei er als Ordnungsdezernent da. Seit dem fraglichen Wochenende im April habe der Stadtdienstleister ESO seine Touren umgestellt. Am Sonntag würden die Abfallbehälter bei schönem Wetter zweimal geleert, der große Aufräumtrupp komme nun am Montagmorgen statt wie bisher am Nachmittag. Wenn es dort noch Müllberge gebe, handele es sich nur um eine Momentaufnahme. „Diesen Montag war das Mainufer picobello, am Sonntag hat es dort wegen des vielen Grillens noch sprichwörtlich gebrannt.“ Jeden Samstag kontrolliere die Stadtpolizei das Mainufer. „Künftig werden nur noch Standgrills geduldet, keine Einweggrills mehr“, betont Freier.

Zusätzlich werde überlegt, zwei 7,5 Tonnen-Container am Mainufer aufzustellen. „Nicht schön, aber der Zweck heiligt die Mittel“, befindet der Stadtrat, schildert aber ein damit einhergehendes Problem: „Mehr Behälter ziehen immer auch mehr Müll von außerhalb an.“

Leserbilder: Sehenswerte Eindrücke des Hafens

Auch das Hafenbecken werde regelmäßig gereinigt, auch sonntags, was zurzeit wegen des gelben Blütenstauns eine besondere Herausforderungen darstelle: „Im Wasser verklumpt er sich zu einer schleimigen Masse, in der sich Abfall und tote Fische verfangen.“ Manche Reinigungsarbeiten seien nur mit dem Boot möglich. „Die Stadt unternimmt enorme Anstrengungen“, so Freier. Der Antrag der SPD bleibt am Ende chancenlos.

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