Option am Kaiserlei gezogen

Frankfurt sichert sich Areal für Groß-Arena

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Westlich der Bebauung könnte die Halle entstehen.

Offenbach - Unbeirrt von Offenbacher Diskussionen hält die Stadt Frankfurt an Plänen für den Bau einer Multifunktionshalle am Kaiserlei fest. Von Matthias Dahmer 

Wie Oberbürgermeister Horst Schneider auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, hat Frankfurt die bis Ende des Jahres befristete Option auf ein 22.000 Quadratmeter großes Offenbacher Grundstück gezogen. Das Areal an der Strahlenbergerstraße westlich der vorhandenen Bebauung muss Offenbach nun den Frankfurtern im Zuge der Vereinbarungen zum Umbau des Kaiserleikreisels zur Verfügung stellen. Dass Frankfurt noch keinen Investor für eine solche Arena hat und es bislang nur vage Absichtserklärungen aus dem Römer gibt, berührt laut Schneider die Ausübung des Optionsrechts nicht. Allerdings, so der Verwaltungschef, habe dieser formale Akt derzeit ohnehin keine Auswirkungen: „Erst wenn ein Investor in Offenbach vorspricht, kommt es dort zum Schwur.“

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Noch in der Novembersitzung des Stadtparlaments hatte die Rathaus-Koalition Bedenken der CDU bezüglich der Option und deren Blockadewirkung auf Offenbacher Pläne zur gewerblichen Nutzung des Geländes mit dem Hinweis beiseite gewischt, Frankfurt könne diese nicht ziehen, weil die Voraussetzungen, also ein Investor, nicht vorlägen. Die Chance, dass sich ein Investor für die Halle findet, hält Horst Schneider nur für eine minimale. Sicher gebe es einige wenige internationale Anleger, für die so etwas von Interesse sei.

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Was die blockierte Offenbacher Nutzung angeht – die Stadtverordnetenversmmlung hatte im November gegen die Stimmen der CDU einen Bebauungsplan für den Kaiserlei beschlossen, der auch das fragliche Grundstück umfasst –, gibt sich der Oberbürgermeister zuversichtlich. Sollte Offenbach jemanden für eine gewerbliche Nutzung finden, wäre die Option hinfällig.

Schneider hält die Diskussionen um eine Multifunktionshalle sowieso für eine Phantomdebatte, wie er sagt. Die immer wieder geäußerten Befürchtungen der CDU, eine solche Groß-Arena werde wegen ihrer noch ungeklärten verkehrlichen Auswirkungen die Finanzierung des Kreisel-Rückbaus gefährden, teilt er nicht. Frankfurt beziehungsweise ein Investor müsse für die verkehrliche Erschließung der Halle sorgen und nachweisen, dass es bei Veranstaltungen nicht zum Verkehrskollaps komme. Schwierig könnte die Situation an der Abfahrt von der A 661 werden. Bei der Stadt Frankfurt, so heißt es, beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit der Verkehrsproblematik. Horst Schneider setzt darauf, dass bereits vor dem Hallenprojekt Fakten geschaffen sind. „Im Frühjahr 2016 beginnt der Kreiselumbau“, verspricht er. Und er ist sich ziemlich sicher, dass sich bis dahin in Sachen Multifunktionshalle nichts getan haben wird.

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