Streit zwischen CDU und OB

Halle am Kaiserlei: Mehr als Phantom-Debatte?

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Regelmäßig rückt das Thema in den Fokus: Multifunktionshalle im Kaiserlei- Gebiet. Die CDU-Fraktion fordert von Oberbürgermeister Schneider erneut eine Klarstellung. Der ist darüber irritiert. An der Schnittstelle zwischen den Nachbarn könnte eine Multifunktionshalle entstehen. Mehr als äußerst vage Absichtserklärungen gibt es allerdings nicht.

Offenbach - Vordergründig stützt das Thema die unbewiesene These, dass Offenbach und Frankfurt in einer Dauerfehde liegen: die Multifunktionshalle im Kaiserlei. Von Martin Kuhn 

Kommt sie oder kommt sie nicht? Auf welcher Mainseite wird das Projekt gebremst? In der jüngsten Sitzung hat das Offenbacher Stadtparlament mehrheitlich den Bebauungsplanentwurf 610 (Strahlenbergerstraße West) gebilligt. Darauf fordert die CDU-Fraktion erneut eine Klarstellung des Oberbürgermeisters zur geplanten Halle. Der erkennt mehr und mehr eine „Phantom-Debatte“. Aktuell geht es keineswegs um den Bau einer Halle, die dereinst mit großen Sport- und Konzertveranstaltungen Zuschauer an der Nahtstelle zwischen den Städten locken soll, sondern ausschließlich um die baurechtliche Umsetzung des Kreiselumbaus „aus Offenbacher Interessenlage“. Beide Seiten scheinen zu verharren. Spannende Frage: Wer bringt den Ball ins Spiel? Frankfurt erwartet, dass Offenbach die Vorschläge eines Verkehrsgutachtens in ihre (Bebauungs-) Pläne einarbeitet. Offenbach wartet darauf, dass Frankfurt eine Ausschreibung auf den Weg bringt, mit der ein privater Investor gesucht wird.

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Bislang kaum Einwände

Oberbürgermeister Schneider versteht die ablehnende Haltung der Union zum „610er-Plan“ nicht: „Da geht es in keiner Silbe um die Halle...“ Eine solche lehnt der Verwaltungschef keineswegs ab, wie es ihm teilweise vorgeworfen wird. Er sagt: „Eine solche Arena wäre ein Attraktivitätsgewinn; und ja, die Metropolregion Rhein-Main braucht eine solche Halle.“ Er schränkt jedoch ein: „Aber Offenbach braucht diese Halle nicht.“ Daher gehe die Stadt alle Verfahrensschritte für den Rückbau des Kaiserleikreisel und die weitere Erschließung des Gewerbeareals westlich der A661.

Kritik der CDU

Viel Zeit für eine Einigung bleibt den Nachbarn ohnehin nicht. 20.000 Quadratmeter hat Offenbach bis Ende 2014 für Frankfurt bereit gestellt. Auf der doppelten Fläche, so der Plan, könnte eine Multifunktionshalle entstehen. Die Union lehnt diese offenbar ab. Nicht anders ist es zu deuten, wenn Fraktionschef Peter Freier zu bedenken gibt, „dass die Hallenpläne den Umbau des Kreisels und die Nutzung des Areals als Gewerbegebiet blockieren“. Die Stadt könne den Geldgebern Bund und Land gegenüber nicht deutlich machen, „dass dann (wenn die Halle gebaut wird, Anm. der Redaktion) die Verkehrs- und Kreuzungslösung noch funktioniert. Hierauf basiert wiederum die Beantragung der Zuschüsse“, so Freier. Aus seinen Augen ist das problematisch, da Offenbach die formalen Voraussetzungen für die Bezuschussung zu schaffen habe.

Über Jahre seien sich der zuständige Frankfurter Sportdezernent Markus Frank und Oberbürgermeister Schneider einig gewesen, eine Halle ohne Berücksichtigung Offenbacher Interessen unbedingt errichten zu wollen, kritisiert Freier. Aktuell rudere Frankfurt jedoch zurück, man befürchte wohl, die Voraussetzungen bis Optionsende 2014 nicht mehr erfüllen zu können. Die CDU-Fraktion fordert daher eine klare Positionierung von Horst Schneider: „Die aktuelle Entwicklung gefällt ihm offensichtlich nicht, denkt er vielleicht sogar an eine Verlängerung der Optionsfrist? Klare Worte von ihm sind jetzt dringend notwendig!“

Auf der anderen Mainseite sieht man’s wohl nicht so dringend. In der jüngsten Frankfurter Parlamentssitzung scheiterten die Fraktionen von FDP und SPD mit Dringlichkeitsanträgen, „um die Realisierung der Multifunktionshalle nicht zu gefährden“. Die im Frankfurter Römer regierenden Unionschristen und Grünen verweigerten die Zustimmung. Nach der Geschäftsordnung wurden die Anträge an den Sportausschuss überwiesen. Der tagt wieder nach der Sommerpause...

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