Museums-Mäzene gewürdigt

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Die Hugenottenabteilung im Haus der Stadtgeschichte wird um zwei bedeutende Gemälde ergänzt. Zu verdanken ist das Eleonore und Helmut André (Rodenbach), deren Spenden die Restaurierung der Bilder ermöglichte.

Offenbach - (siw) Die Hugenottenabteilung des Hauses der Stadtgeschichte wird um zwei bedeutende Gemälde ergänzt. Zu verdanken ist das Eleonore und Helmut André (Rodenbach), durch deren Spenden die Restaurierung der Bilder möglich wurde. Zu einer Ehrung des Ehepaars hatten Oberbürgermeister Horst Schneider und Museumsleiter Dr. Jürgen Eichenauer gestern ins Museum an der Herrnstraße 61 eingeladen.

Bei einer Pressekonferenz im November 2006 waren zwei Gemälde als Ankauf für das Haus der Stadtgeschichte vorgestellt worden, ohne dass damals Aussicht auf eine baldige Präsentation in der Dauerausstellung des Museums bestand. Die Gemälde waren in schlechtem Zustand und ohne Rahmen angeschafft worden, jedoch aufgrund ihres hohen stadtgeschichtlichen Werts herausragend. Eleonore und Helmut André, die von der Entdeckung der beiden verschollenen Bilder ihrer Vorfahren erfuhren, sagten daraufhin der Stadt Offenbach mäzenatisch die Übernahme der Restaurierungskosten zu.

Die Darstellung des Färbermeisters und Fabrikanten Ludwig Johann Anton André (1810-1892) und von dessen Ehefrau Marie Barbara Katharina Friederike André geb. Wagner (1821-1878) repräsentiert als Doppelbildnis von 1872/73 das Offenbacher Unternehmertum der Gründerzeit.

Im Jahr 1709, also vor exakt 300 Jahren, wanderte die hugenottische Familie André in Offenbach ein. Im 18. Jahrhundert war das Textilgewerbe noch ein hugenottisches Handwerk. Als später Vertreter dieser Tradition verlegte das Fabrikanten-Ehepaar André im Jahr 1877 seine Färberei aus der Industriestadt am Main nach Hirschhorn am Neckar. Gemalt wurden die Bildnisse von Wilhelm Kühling, der auch einige Porträts für das Schweriner Fürstenhaus fertigte.

Durch die Spenden des Ehepaars Eleonore und Helmut André konnten nicht nur die beiden Gemälde für die Stadt Offenbach restauriert, sondern vor allem die verschollenen Rahmen im Stil der Zeit und in echter Handvergoldung eindrucksvoll nachgebildet werden.

Zur öffentlichen Präsentation der Gemälde, die innerhalb der Hugenottenabteilung des Museums an das traditionelle Textilgewerbe der französischen Glaubensflüchtlinge erinnern sollen, wurde interessierten Besuchern gestern außer einem Sektempfang auch ein Vortrag von Dr. Jürgen Eichenauer zur Geschichte des Hirschhorner Zweigs der Familie André geboten.

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