Musikalische Befreiung

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Keine Aufregung, Spannung oder Hetze: Beim Videodreh zu ihrem Titel „Run“ bleibt Nina Kutschera ganz gelassen.

Offenbach - Er hat schon einiges mitgemacht. Im vergangenen Jahr war seine Frau längere Zeit nicht zu Hause und ihre beiden Töchter – elf und zweieinhalb Jahre alt – sahen sie im Fernsehen.

Dort sorgte sie bei der Musiksendung „The Voice of Germany“ für Furore, kam aber dann doch nicht so weit, wie sie, ihr Mann Georg und ihre Fans es erhofft hatten.

Doch für das Offenbacher Goldkehlchen Nina Kutschera ging die Welt nicht unter. Im Gegenteil. Seitdem ist sie fleißig am Werkeln. Singt, nimmt ihre erste CD auf und arbeitet an ihrem Video zum Song „Run (Say Watcha Want)“. Diesen hat sie gemeinsam mit dem Siegener Marketingmanager Daniel Brosowski geschrieben. „In drei Stunden war er fertig“, sagt Kutschera. „Run“ sei beileibe kein Schnellschuss, sondern ein „Befreiungsschlag“. „Es geht darin um Menschen, die einem nicht gut tun. Um Ballast, den man mit sich herumträgt.“ Irgendwann sei sie aufgestanden und habe sich gesagt: „Jetzt ist gut.“

Ein großes Gemeinschaftswerk

Und so geht es auch ihren drei Protagonistinnen im Video – einer kleinen, einer mittleren und der großen Nina Kutschera. „Daniel ist ein kleines, kreatives Genie“, lobt die Sängerin ihren Schreiber, der auch für das Video verantwortlich ist, das sie im neuen Club auf der Zeil – dem „Gibson“ – aufnimmt. Er dachte sich die Geschichte aus, schrieb das Storyboard, also den Ablaufplan für die Aufnahmen, führt Regie und filmt.

Die Kamera ist immer dabei: Marketingmanager Daniel Brosowski filmt Nina Kutschera für ihr erstes Video.

„Ursprünglich bin ich Marketingmitarbeiter, aber mein Traum ist es, Songs zu schreiben“, sagt der 27-Jährige. Diesen und einen weiteren erfüllt er sich zurzeit: Denn mit der Kamera verfolgt er Kutschera durch den Klub. Vor der Bühne, hinter der Bühne, auf der Bühne ist er stets bei ihr, hält die Kamera auf sie. „Wir haben uns durch einen gemeinsamen Bekannten, der bei der Band ‘Five Days And Farewell’ spielt, kennen gelernt“, erinnert sich die Offenbacherin. Die Band habe bei einem Songcontest mitgemacht und nicht gewonnen. Das wurmte Kutschera so sehr, dass sie „Five Days And Farewell“ unter ihre Fittiche nahm und coachte. „Von deren Sänger Jonas stammen auch einige Textzeilen für ‘Run’.“ Ein großes Gemeinschaftswerk sozusagen.

Beim Videodreh ist von Aufregung, Spannung oder Hetze nichts zu spüren, obwohl sie an diesem Abend dem Publikum ihre erste eigenen Single präsentiert. Im Gegenteil. Während die Band sich auf den Auftritt am Abend vorbereitet, der Teil des Videos werden soll, lümmeln beide Kutscheras gemütlich auf den Sitzgelegenheiten.

Fans mit im Video dabei

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Die Kinder sind bei den Großeltern. Eine adrette Blondine betritt den Raum. Die Mittlere Nina Kutchera fürs Video? Nein, weit gefehlt, sie ist nicht Schauspielerin, sondern Modegeschäftsinhaberin und schenkt Nina ein paar Chucks. Doch nicht irgendwelche, „die Frankfurter Designerin Kelly hat sie gefertigt“, sagt Gresa Mahmutaj und übergibt ihr das Paar, das mit vielen goldenen Nieten verziert ist. „Bald brauche ich ein Zimmer für meine Schuhe“, freut sich Nina und streift die noblen Treter gleich über. „Nina ist einfach eine sehr coole Person, die etwas verkörpert, deshalb schenken wir ihr diese Schuhe“, erklärt Gresa. Danach steht Nina Kutschera vor der Bühne und schaut sich um. „Ich liebe diesen Club und die Band ist grandios.“ Kutschera weiß, was sie sagt, schließlich steht sie fast alle zwei Wochen mit ihnen auf der Bühne.

Das Ergebnis der dreitägigen Dreharbeiten ist am Mittwoch, 19. September, erstmals im Sat1-Frühstücksfernsehen zu sehen. „Es wird Live-Szenen geben, aber wir drehen auch auf Frankfurts Straßen.“ Deshalb hat sie gecastet. Und zwar nicht unter Stars und Sternchen, sondern unter ihren Fans. Davon hat sie auf ihrer Seite gut 11. 000. 20 davon sind dabei. Sie reisen aus der ganzen Republik in die Mainmetropole. „Wir drehen hier und nicht in Offenbach, weil Frankfurt einfacher zu erreichen ist.“ Das ganze habe schon eine gewisse Eigendynamik erhalten, so dass sich Nina um nichts zu kümmern braucht. „Ich habe es ja versucht, aber die Leute hatten schon alles selbst organisiert. Wir sind mit der Zeit richtig gute Freunde geworden“, sagt die Frau, die auch schon vor ihren Fernsehauftritten viel Musik gemacht hat.

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