So läuft es für sie...

Musikbühne statt Zahnarztpraxis: 17-jährige Offenbacherin bei DSDS

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Mit italienischen Charme und Offenbacher Ehrlichkeit bewirbt sich die junge Sängerin bei der Castingshow „DSDS“ und schafft es knapp bis zu den Top 40.

Offenbach - Mit 17 Jahren ist die Offenbacherin Chiara D’Amico eine der Jüngsten, die an der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ teilnimmt. Als Teil der 120 besten Kandidaten schafft sie es im Januar in den Recall in Ischgl. Das kostet sie allerdings ihre Ausbildungstelle als zahnmedizinische Fachangestellte. Von Yvonne Fitzenberger

Eigentlich scheint die 17-jährige Chiara D’Amico ein eher normales Leben zu führen: Sie beginnt eine Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten und am Wochenende gibt sie sich voll und ganz ihrem Hobby hin – der Musik. „Einfach nur zum Spaß“ geht die junge Offenbacherin, die momentan mit ihren Eltern und zwei Schwestern in Fechenheim wohnt, 2017 erstmals zu einem Casting der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS).

Da scheidet sie bereits in der Vorrunde aus. Noch zu jung sei die damals 16-Jährige gewesen, heißt es damals. Also konzentriert sie sich auf ihren Schulabschluss sowie auf die anschließende Lehre beim Zahnarzt.

Die Musik bleibt weiterhin ein wichtiger Teil ihres Lebens, und sie gibt nicht auf – beziehungsweise ihre Mutter Maria. Denn die 36-jährige Sizilianerin meldet sie 2018 noch einmal an. Und sie schafft es beim Casting als eine der besten 120 Kandidaten in den Recall – dem nochmaligen Vorsingen – im österreichischen Bad Ischgl. „Ich hatte es einfach im Gefühl, dass es diesmal klappt“, sagt Mama Maria. Chiara habe sich zwischenzeitlich ja auch musikalisch weiterentwickelt.

„Seit etwa neun Monaten habe ich Auftritte als Sängerin“, erzählt Chiara. Und damit ähnelt ihr Leben nicht mehr dem einer normalen Jugendlichen. Ihre Gesangsauftritte beschränken sich zunächst aufs Wochenende. Ihr sei es wichtig, eine Ausbildung zu machen und eigenes Geld zu verdienen, sagt die Sängerin. Die Mutter attestiert ihr eine „erwachsene und gereifte Einstellung“.

„Mir gefiel der Beruf beim Zahnarzt sehr gut“, sagt Chiara. Umso mehr hat es die 17-Jährige getroffen, dass sie nun ihre Ausbildungsstelle verloren hat, weil sie ein paar Tage Ischgl der Lehre vorzog. „Ich war immer sehr konzentriert und habe vor DSDS nie gefehlt.“ Maria D’Amico erzählt, ihre Tochter sei am Boden zerstört gewesen, als sie die Kündigung erhalten habe. „Aber wo eine Tür zugeht, gehen andere auf“, zitiert Chiara ihre Mutter. Statt im Behandlungszimmer stand die „italienische Schlagersängerin“ – das Etikett habe sie während der Castingshow erhalten – also vor Dieter Bohlen und Xavier Naidoo. Auf italienisch hat sie die vierköpfige Jury, zu der auch Ex-Kandidat Pietro Lombardi und Tänzerin Oana Nechiti gehören, überzeugen können. „Deren Meinung über Chiara ist uns sehr wichtig“, sagt Mutter Maria, „wenn Kritik kommt, weiß man, dass sie angebracht ist.“

Bilder: DSDS im Kloster Eberbach

Kritik an ihrer Stimme soll es kaum gegeben haben. „Meine Performance sei allerdings nicht so gut“, wurde ihr von der Jury nach einem Gruppenauftritt gesagt. Dass an der Sendung vieles „Fake“, also vorgegaukelt,sei, will Chiara nicht bestätigen. „Es sollte doch jedem bewusst sein, dass die Aufnahmen geschnitten werden“, sagt sie. „Aber man kommt immer so rüber, wie man sich gibt.“

Grund zur Trauer trotz verlorener Ausbildung hat die Offenbacherin nicht: Demnächst stehen, anstelle der Zahnarztpraxis, Auftritte in deutschen und italienischen Städten in ihrem Kalender. Auch aus der Heimat ihrer Mutter kommen Bitten um Duette. „Dabei gibt es so viele Sängerinnen auf Sizilien, aber sie fragen nach ihr“, ist Mutter Maria stolz.

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