Muskelpaket zeigt Reue vor Gericht

Offenbach (mad) ‐ Weil er echte Reue zeigte, kam ein 48-Jähriger aus der Bodybuilding-Szene in einem Prozess vor dem Amtsgericht Offenbach mit einem blauen Auge davon. Wegen des unerlaubten Besitzes von in Deutschland nicht zugelassenen Arzneimitteln verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck den Mann aus dem Kreis Offenbach zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Das Muskelpaket geriet durch Zufall ins Visier der Polizei: Bei bundesweiten Ermittlungen in der Szene der starken Männer stieß die Polizei auf E-Mails, die unter anderem zu dem Angeklagten führten. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler 2.000 Ampullen verschiedener verbotener Testosteron-Mittel.

Weil die zuvor in Deutschland erlaubten Aufbaupräparate wegen verschärfter Gesetzeslage seit dem 1. Januar 2008 nur noch schwer zu beschaffen gewesen seien, habe er die Stärkungsmittel auf Vorrat für den Eigenbedarf gekauft, bat der Angeklagte um Einstellung des Verfahrens. Dazu konnten sich Staatsanwaltschaft und Richter angesichts der Mengen nicht durchringen. Wohl aber dazu, ihre erheblichen Zweifel an der Eigenbedarfs-Version nicht zu vertiefen.

So bekam der 48-Jährige nur die mehrmonatige Verlängerung einer bestehenden Bewährungsstrafe aufgebrummt. Ein Urteil, das er erleichtert akzeptierte. Zumal er, wie er glaubhaft versicherte, dabei sei, sich ein neues Leben aufzubauen. Das hoffte auch Richter Manfred Beck, der dem milde Verurteilten bescheinigte, er habe sich durch diese Sache selbst ein Bein gestellt und wohl dadurch auch „sehr gelitten“. Das Urteil biete die Chance für einen Neuanfang.

Rubriklistenbild: © Michael-Grabscheit / Pixelio

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