Muss ja keine Flunder sein

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EVO-Technikvorstand Hunsänger auf einem Segway, wie er von der Belegschaft beim Ortswechsel auf dem Riesengelände genutzt wird.

Offenbach - Knallorange, 3,9 Sekunden von Null auf Hundert, 314 PS, Karbonchassis, breite Schlappen, Leder, Klima, Soundsystem und, weil alles andere für so ein Auto ja nun ein Witz wäre, elektrische Fensterheber. Braucht kein Mensch? Wahrscheinlich. Von Marcus Reinsch

Will aber mutmaßlich jeder Mensch, der mit dem flachsten und flottesten „Dienstwagen“ der Energieversorgung Offenbach (EVO) schon einmal um den Block chauffiert wurde.

Und es ist ja auch der sparsamste. Umgerechnet 1,8 Liter Super genehmigt er sich auf 100 Kilometer. Umgerechnet deshalb, weil der momentan noch 125.000 Euro teure „Tesla Roadster“, wie ihn die Herstellerfirma getauft hat, überhaupt keinen Verbrennungsmotor hat, durch den sich teurer Sprit jagen ließe. Es ist eine reine Elektroflunder.

Etwa die Hälfte seiner 1355 Kilo machen die Batterien aus. Wer einigermaßen sensibel mit dem Gas umgeht, schafft mit einer Ladung maximal 350 Kilometer. Emotional und real Ungebremste müssen deutlich früher für bis zu acht Stunden zurück an die Steckdose.

Neue Geschäftssparte „Evomotion“

Zu unflexibel? Den Versuch ist’s wert, meint EVO-Vorstandsvorsitzender Michael Homann und stellte gestern unter Beifall von Oberbürgermeister Horst Schneider und Bürgermeisterin Birgit Simon die neue Geschäftssparte „Evomotion“ vor. Der Energieversorger bietet zunächst Gewerbetreibenden in Stadt und Kreis ab 1. Oktober Elektrofahrzeuge aller Art zur Miete an. Die Flotte gibt dabei deutlich alltagstauglichere Modell her als den Tesla, in dem sich zugegebenermaßen prima repräsentieren, aber schlecht transportieren lässt. Zum Ausprobieren zur Verfügung stehen beispielsweise auch E-Lieferwagen der Marke Piaggio. Tagespauschale: 75 Euro. Die kleinen Italiener schaffen nach maximal acht Stunden am Strom 50 Kilometer mit Tempo 60. Außerdem gibt es das „Magura Elmoto“ ein Motorrad mit 65 Kilometer Reichweite und einem umgerechneten Verbrauch von 0,3 Litern, die zweirädrigen Segways für den schnellen Ortswechsel auf weitläufigen Firmenarealen und die schon weit verbreiteten Elektrofahrräder.

Weitere Infos zur EVO-Flotte finden Sie hier.

Mit welchem Strom sie gefüttert werden, ist den Fahrzeugen egal. Aber wer die Akkus mit Atomstrom füllt, macht natürlich was falsch. „Elektromobilität hat nur Sinn, wenn man auch aus regenerativen Quellen stammende Energie tankt“, betont EVO-Technikvorstand Dr. Kurt Hunsänger. Und eben da positioniere sich die EVO gerade mit Millionen-Investitionen verstärkt am Markt.

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