Kirsten Schoder-Steinmüller aus Langen folgt auf Alfred Clouth

Nach 196 Jahren erste Frau an der IHK-Spitze

+
Alfred Clouth gratulierte Nachfolgerin Kirsten Schoder-Steinmüller zur Wahl und überreichte ihr die Sitzungsglocke

Offenbach - Erstmals in 196 Jahren hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach eine Präsidentin. Kirsten Schoder-Steinmüller, geschäftsführende Gesellschafterin eines Metallfertigungsbetriebes in Langen, wurde von der Vollversammlung einstimmig gewählt.

Alfred Clouth, Geschäftsführer der gleichnamigen Lackfabrik in Offenbach, trat nach zwei Amtszeiten nicht mehr an.  Erster Vizepräsident Wolf Mang dankte dem Scheidenden: „Alfred Clouth hat sich in seiner zehnjährigen Amtszeit erfolgreich für die wirtschaftlichen Belange der Unternehmen in der Region Offenbach eingesetzt. Besonders sein Engagement für die Berufsausbildung und der Einsatz für den Standort zeichneten ihn aus. In Zeiten, als es weniger Lehrstellen als Bewerber gab, kämpfte er um jeden zusätzlichen Ausbildungsplatz.“ Zuletzt habe er sich für die Integration von Flüchtlingen per Berufsausbildung eingesetzt. Zudem, so Mang: „Mit dem Masterplan für die Stadt und dem Wirtschaftsförderungskonzept für den Kreis brachte er den Rahmen für einen starken Standort auf den Weg.“

Präsidentin Schoder-Steinmüller dankte für das Vertrauen und umriss Eckpunkte ihres Programms: „Es gilt, die erfolgreiche Arbeit von Alfred Clouth fortzuführen.“ Dazu gehöre, das Image der beruflichen Bildung in der Gesellschaft zu verbessern und Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen. Die Projekte Masterplan und Wirtschaftsförderungskonzept würden fortgeführt. Eine effiziente Mobilität im Ballungsraum müsse gefördert, die Infrastruktur saniert und ausgebaut werden. Weiteres Ziel ist, dafür zu sorgen, dass das Breitbandnetz in Stadt und Kreis flächendeckend in Gewerbegebieten ausgebaut wird.

„Die Kammer steht für eine Solidargemeinschaft der Unternehmen in der Region“, erklärte Schoder-Steinmüller. „Sie wirkt integrierend in einer Zeit, in der Einzelinteressen in den Vordergrund rücken.“ Die IHK sei transparent, offen für alle Unternehmen und handle unternehmensnah. So solle es bleiben.

Ausbildungsmesse der IHK in Mühlheim

Schoder-Steinmüller ist Mutter von drei erwachsenen Töchtern und alleinige geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Schoder. Die GmbH ist ein Industriebetrieb in der Metallfertigung mit 80 Beschäftigten, der auch ausbildet. Schwerpunkte liegen auf Industriegravur, CNC-Fräs- und Erodiertechnik, Sieb-/Digitaldruck, Blechbearbeitung und Lasertechnik. Das Unternehmen exportiert unter anderem in die USA und nach Osteuropa. Schoder-Steinmüller studierte Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Würzburg und erwarb 1984 den Abschluss als Diplom-Betriebswirtin. Seit 1984 ist sie in verschiedenen Funktionen für ihr Unternehmen tätig – zunächst Personal, Vertrieb und Controlling, seit 2003 in der Gesamtverantwortung inklusive Produktion. (mt)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare